Die Fürstenwalder Jüdische Gemeinde im 19. Jahrhundert

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1812 leben in 11 Familien 36 Jüdische Einwohner in Fürstenwalde

1819 werden Räume im alten Comturhaus von der jüdischen Filialgemeinde als Synagogen- und Versammlungsräume genutzt.

1824 leben in 16 Familien 49 Jüdische Bürger in Fürstenwalde


Geschichte des "alten und neuen Jüdischen Friedhofs

Jüdischer Friedhof gläserner Berg bis 30. Juli 1829 musste nach langen Verhandlungen mit der Stadt Fürstenwalde aufgegeben werden, Der Friedhof befand sich außerhalb der Stadtmauer ungefähr zwischen heutiger Reinheimer. und Frankfurter Str. zur Kirchhofstr. hin. Der Städtische Friedhof, der sich auf der anderen Seite der Stadtmauer (Domumfeld) befand, war schon am 10. Juli 1822 an seinen neuen Ort an der Wilhelmstr. eigeweiht worden. Die Verlegung des jüdischen Friedhofs wurde ab 1823 durch die Stadtverordneten betrieben, zog sich aber lange hin. Grund war der Durchbruch durch die Stadtmauer um den Weg der Bewohner der Kolonie in die Stadt zu verkürzen. Der Weg führte direkt über den Friedhof. Da die Juden nicht im Sarg beerdigten fand man das für die Bürger nicht schicklich.
[1]
Bedingung der Jüdischen Gemeinde an die Stadt war, dass die Grabstellen (nach Grundregeln der Jüdischen Kultur sind Friedhöfe und Grabstellen "für die Ewigkeit" ausgelegt)am Ort verbleiben können. Der Direktor der Schultheiss-Mälzerei an der Junkerstr. Klessel baute am "Gläsernen Berg dann seinen Wohnsitz. 1850 entstand dort der Tivoli-Biergarten. Vereinzelt sollen zur Zeit des Biergartenbetriebes noch jüdische Grabsteine im Biergarten gestanden haben (derzeit nicht belegt) Der neue Jüdische Friedhof entstand dann in der Frankfurter Str. (Quelle: Stadtplanauszug Ordner Brauereigeschichte Museum)

1829 Eröffnung des neuen Jüdischen Friedhofs an der Frankfurter Str. (Jetziger Standort)
1834 Ummauerung - 8 Fuß hoch - abgeschlossen
1928 Erweiterung des Friedhofs und Bau einer neuen Feierhalle

Eröffnung der ersten Jüdischen Taubstummenschule Deutschlands

Mit Hilfe von Spenden in Höhe 4.500 Mark eröffnete Markus Reich am 15. Juli 1873 in Fürstenwalde/Spree die Israelitische Taubstummenanstalt (ITA) für sieben Kinder, darunter fünf Freistellen für Bedürftige. Reich wollte in seiner Schule nicht nur die Kinder bemittelter Eltern aufnehmen, sondern auch Freistellen für Bedürftige schaffen. Die Schulpflicht für Taubstumme und Blinde wurde erst 1911 eingeführt.


Die Fankfurter Filial Synagogengemeinde wird selbständig

1879 Julius Meseritzer, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde stellt eines seine Wohnhäuser in der Frankfurter Straße zur Verfügung und lässt es zu einer Synagoge umbauen.
Jüdische Gemeinde ab 24. Februar 1886 selbständig erklärt durch Oberpräsident der Provinz Brandenburg, Staatsminister Heinrich von Achenbach (* 23. November 1829 in Saarbrücken, Rheinprovinz; † 9. Juli 1899 in Potsdam, Provinz Brandenburg)

(Quelle: Brandenburgische Landeshauptarchiv Aktennotiz)[[Kategorie:1815 - 1871]

  1. (Quelle: Wolf Dieter Erdmann; Kreis Archiv Fürstenwalde)