Geschichte der DEKA Kabelwerke und der DEKA Pneumatik GmbH Fürstenwalde/Ketschendorf: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 12. Juni 2019, 16:53 Uhr

1937 - 1943
Im Jahr 1937 begann am nördlichen Ende des „Tränkewegs“ in Ketschendorf bei Fürstenwalde. Der Bau eines neuen Werkes für die Herstellung von kriegswichtigen Reifen sowie Gummierzeugnissen für Panzer und Artilleriegeschütze der Deutschen Wehrmacht. Die DEKA Pneumatik GmbH ging im September 1940 in Betrieb. Zum Werk gehörte ein Lagerbereich, der Mischsaal für die Herstellung von Gummimischungen, die Reifenkonfektion sowie die Brennerei (Reifenvulkanisation) mit der dazugehörenden Heizschlauchfertigung. Die notwendige Dampfenergie wurde aus dem nebenan liegenden Kraftwerk der DEKA Kabelwerke bezogen. Anfangs wurde neben dem bereits erfolgenden Einsatz von BUNA Kautschuk noch Naturkautschuk verwendet, dessen Bezug aber für Deutschland zunehmend schwieriger wurde. Deshalb wurde ab 1941 verstärkt auf den Einsatz von BUNA Kautschuk gesetzt, was technologische Folgeinvestitionen, wie z. B. den Bau einer Kondensataufbereitungsanlage, erforderlich machte. Neben dem eigentlichen Werksbau wurden zudem Fahhradständer, Sozialgebäude, Kantinen und Belegschaftsunterkünfte erstellt. Auch die DEKA Siedlung mit ca. 140 Wohnungen wurde 1940 fertig gestellt. Eine erste Erweiterung war bereits 1943 notwendig. Diese umfasste die u. a. Erweiterung des BUNA Abbaus (ein technologisches thermisches Verfahren zur Plastizierbarkeit des BUNA Kautschuks), eine Benzinrückgewinnung und einer Abwiegerei für Reifenrohstoffe. Hauptgrund war aber die Erweiterung der Vulkanisation um eine 3. Kesselanlage, bestehend aus 12 Autoklavkesseln nebst Autoklavkeller.

Neben der Reifenwerksiedlung mit Wohnungen für die leitenden Angestellten der DEKA Pneumatik GmbH wurden auch verschiedene Wohnkomplexe für Arbeitskräfte verschiedener Klassen gebaut. Eine sogenannte Gefolgschaftbaracke südlich der Hauptwerkstraße für inländische Arbeitskräfte, das Ausländer Lager weiter südlich (später Bushaltestellen), das Lager für Französische Kriegsgefangenen (auf Höhe der späteren Polytechnikbaracke) und das Lager der Ostarbeiter (im Wald etwas nördlich der späteren I-Siedlung).


[1]

  1. BLHA Potsdam 2.7.2 Rep 75/1 - Einrichtung der Deutschen Kabelwerke AG Ketschendorf