Kategorie:Geschichte Ketschendorfs bis 01.07.1950

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Ab 1490
erste urkundliche Erwähnungen:
1490 als Ketzschendorff, 1496 Ketzkendurff,1510 Ketzkindorff, 1600 Ketzschendorff, 1957 Fürstenwalde (Spree)- Süd.


1518
erste Erwähnung des Lehngutes Ketschendorf im Biebersteinschen Erbregister,als der Bischof Dietrich von Bülow, als Vertreter des Hauptgläubigers (Bistum Lebus) die erschuldeten Herrschaften Beeskow- Storkow übernahm.


1595 Hochwasser schwemmte Dämme, Brücken und Mühlen an der Spree weg.


1611 Verkauf des Lehngutes an den Storkower Steuereinnehmer Thomas Kogge, Von da an rascher Wechsel der Eigentümer, bis nach dem Ersten Weltkrieg dieAufteilung in Siedlerstellen erfolgte.


1705 Erste Erwähnung eines Lehrers in K. im Rauener Kirchenbuch


1735 Einrichtung der Dorfschmiede


1806/07 Napoleonische Kriege. Zweimalige Plünderung des Ortes durch französische Truppen.


1807 Durchzug rückziehender Rheinbundtruppen. 10 Wochen Besetzung durch Württemberger. - Flecktyphusepidemie und Rinderpest.


1810 u.l 1 Vollständige Missernten durch Trockenheit


1812 Russlandfeldzug. Bedrückung durch Durchzug von 10000 Reitern.


1813 Auf dem Gelände bei den heutigen Samariteranstalten kleine Scharmützel zwischen französischen Besatzungstruppen und Kosaken. - Kaiser Alexander I. von Russland zieht durch den Ort.


1816 16.1.Friedensfest


1829 Neue Schule eingeweiht, Einführung des neuen Lehrers Steinhausen, amtiert bis 1854.


1830 Aufhebung der Erbuntertänigkeit der Bauern nach dem preußischen Edikt von 1811 in Ketschendorf.


1831 Abschluss der betreffenden Regulierungen


1833 Einrichtung des alten Friedhofs am Rauener Kirchweg


ab 1842 Errichtung von Braunkohlezechen in den Bergen südlich um K.


1850-54 Chausseebau Fürstenwalde - Beeskow


1858 Feldseparation


1874 Bau der Chausseegeld - Hebestelle (Chausseehaus), Eröffnung 1.11.


1887 27. 1. Brand der neuerrichteten Holländerwindmühle des Mühlenmeisters Kreeter in der Chausseestraße


Um 1890 Beginn der Umwandlung der Bauemgemeinde in eine Arbeiterwohnsitz Gemeinde. Ansiedlung größerer Industriebetriebe.


1891/92 Schulneubau mit 2 Klassen


1892 1. 8. Einrichtung einer Posthilfsstelle unter Leitung des Chausseegeld - Erhebers Junge.


1892 22. 10. Feuersbrunst verwüstet Dampfschneidemühle und weitere Produktionsstätten des Mauer- und Zimmermeisters Puttendorf in Neu-Ketschendorf

1895 1. 4. Eröffnung einer Anstalt für Behinderte „Bethanien“ in ehemaligem Fischergasthaus an der Spree. ( 1892 schon als „Lazarushaus“ von Albert Burgsdorf in Fürstenwalde, Alter Schützenplatz 14 - heute Goetheplatz -, gegründet.) Weitere Vergrößerungen durch Ankauf von Nachbargrundstücken.


1897 Einrichtung einer Sonderschule für geistig Behinderte


1901 3. 1. Bisherige Sozietätsschule in K. wird in Gemeindeschule umgewandelt.


1901/2 Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Einweihung der Feuerlöschspritze.


1904 9. 12. K. wird eigenständiger Standesamtsbezirk Nr. 37


1904/5 Errichtung eines zweistöckigen Schulgebäudes auf dem Schulgelände mit 3 Klassenzimmern und 3 Lehrerwohnungen, jetzt sechsklassige Schule. Gründung eines Kirchbauvereins


1905 Erste Arztpraxis: Dr. med. Wien aus Hannover


1908/09 Schließung des alten Friedhofs und Neuanlage am Fuße der Rauener Berge

  • Schiffsbaumeister Kubier plant die Errichtung einer Schiffswerft.
  • Lehrer Siebke wird eingestellt
  • Schule wird siebenstufig mit 500 Kindern, 9 Klassen u. 6 Lehrern und -innen.

Umwandlung der Wohnungen in Klassenräume.

1910 16.9. Weihe der Kirche

  • Samariteranstalten richten verschiedene Werkstätten für Behinderte ein.

1911 Maschinen- Treibriemenfabrik Adolf Schwartz u. Co. von Berlin nach K. verlegt.

  • 2. 6. Eröffnung der Kreisbahn (Scharmützelseebahn, Bäderbahn) Fürstenwalde-Saarow.
  • 19. 12. Verlängerung: Saarow Ost - Beeskow

Gemeinnützige Stiftungsurkunde der Samariteranstalten, 3 Teile in Fürstenwalde, Rauen und Ketschendorf. In K.: Blödenanstalt, Siechenhaus u. Diakonenanstalt.


1912 Ausbau des Umschlaghafens neben der Gasanstalt, 1.11. Einweihung der Gasanstalt, verbunden mit Straßenbeleuchtung per Fernzündung. Lichterfest im „Schwarzen Adler“.


1913 Postagentur in Postamt umgewandelt, nach Kriegsausbruch wieder zurück.


1914 Einrichtung eines Kinderhortes mit Schulküche, Schließung wegen Geldmangels im Frühjahr 1915.


1915 5. 5. Eröffnung einer Apotheke, Chausseestr. 94a, C. Flaarbrücker. 18. 7. Freibankordnung der Gemeinde


1917 29. 6. Abbau der Kirchenglocken 21. 11. Gassperre wegen Kohlemangels

1917 Kauften die DEKA Kabelwerke Berlin 33 ha Land in Ketschendorf bei Fürstenwalde


1918 1.7. Aus bisherigem Schulzenamt wird hauptamtliche Gemeindevertretung.

  • Drohende Auflösung der Samariteranstalten wegen Geldmangels, Rettung durch ausländische Anleihe.

1920 DEKA Berlin erwirbt weitere 80 ha Land und beginnt 1921 Mit dem Bau der DEKA KAbelwerke Werk II

1920 Ausschreibung Steigerturm (Sieger Bauunternehmer Spaas K.)

1921 Frühjahr Baubeginn Deutsche Kabelwerke AG Berlin-Lichtenberg

1920-25 Verlegung eines Teilbetriebes der Deutschen Kabelwerk AG nach K.
1927 Vollendung des Werksbaus DEKA Kabelwerke Ketschendorf

Geschichte der der Industrialisierung Ketschendorfs

1922 Kreisbank Beeskow richtet Nebenstelle ein.


1923 Duktilguss GmbH (Hammerhütte) begann Produktion und Vertrieb von Eisenguss in K.


1925 Einweihung des Kirchenbaus der Samariteranstalten


1926 3. 9. Elektrisierung der Ketschendorfer Wohnungen (Abschluss 1929).


1927 Handelsregister- Eintrag Nr. 62: Hüttenwerk Ketschendorf AG.

  • Fährverbindung Kabelwerk (Heuweg) - Amtskolonie.

1928 Kino Alhambra Film- u. Bühnenschau (bis 1949/50, danach Orion)


1933 18.4. Tod Albert Burgsdorfs, Sohn gleichen Namens wird Nachfolger (schon seit 1931 2. Pfarrer in Samariteranstalten, wird 1935 verhaftet, sein Nachfolger Pfarrer Hoffmann)

???? Bau der Siedlung „Eigene Scholle“


1920-1921 Bau der DEKA Siedlung


1933 „Schloss“ (Gutshaus) wird Altersheim für „Deutsche Christen“


1934 Bau der Reinhold-Muche-Siedlung


1935 Duktil-Guss fertigt Produkte für Maschinen-, Berg- u. Fahrzeugbau.


1936 20. 8. Neuer Amtsbezirk Ketschendorf: Ketschendorf, Langewahl, Petersdorf, Streitberg.

1937 - 1943
Im Jahr 1937 begann am nördlichen Ende des „Tränkewegs“ in Ketschendorf bei Fürstenwalde. Der Bau eines neuen Werkes für die Herstellung von kriegswichtigen Reifen sowie Gummierzeugnissen für Panzer und Artilleriegeschütze der Deutschen Wehrmacht. Die DEKA Pneumatik GmbH ging im September 1940 in Betrieb.



Geschichte der der Industrialisierung Ketschendorfs


1938 starb in Ketschendorf der Sozialdemokrat Albert Genz an den Folgen der Schutzhaft in Sonenburg, weil ihm medizinische Hilfe verweigert wurde
(Ergänzung/Konkretisierung)

Albert Genz, Sozialdemokrat August-Bebel-Str. 32 starb 1938 an den Folgen der körperlichen Arbeit in einer „Schutzhaft“ in Sonnenburg und der späterer Zwangsarbeit in der Hofkolonne der Fa. Pintsch Er erkrankte und in Fürstenwalde wurde ihm medizinische Hilfe verweigert.

1940 Euthanasie: 23 Bewohner aus den Samariteranstalten werden nach Brandenburg und Bernburg verlegt und dort ermordet.


1940 Reifenwerksiedlung als Wohnanlage für die Arbeiter und Angestellten der DEKA Pneumatik GmbH wird fertiggestellt


1943 Errichtung unterirdischer Nachrichtenzentrale „Fuchsbau“ in den Rauener Bergen (DVZ Durchgangsverstärkerzentrale), mit Aufstellung der SS- Führungsnachrichten- Abteilung. Dafür Errichtung eines Außenlagers des KZ Sachsenhausen (Oranienburg) an der Autobahn.


1945 16.4. Schwerer Luftangriff auf Fürstenwalde und Ketschendorf

18. 4. Flucht der Bevölkerung. Ende April Errichtung des Internierungslagers Nr. 5 (bestand bis Februar 1947) der sowjetischen Besatzungsmacht in der Arbeitersiedlung der Deutschen Kabelwerke.


1946 Enteignung des DEKA Werkes, Demontierung.

  • 18. 3. Wiederaufbaubefehl 84 der SMAD . Neue DEKA Reifenproduktion nach über einem Jahr.

1949 Erste Neubauten in K. Duktil-Gießerei wird volkseigener Betrieb.

01.07. 1950 Im Rahmen der Gemeindgebietsreform wird Ketschendorf als Stadtteil Fürstenwalde Süd eingemeindet


1954 7.9. Im DEKA Reifenwerk brennt eine große Halle ab.


[1]

  1. Dr. Gisela Griepentrog; Zeittafel Ketschendorf ( 2. Fassung )vom 24.02.2014

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