Teil 4 - Persönlichkeiten und Ehrenbürger

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Inhaltsverzeichnis

Ehrenbürger der Stadt:

Wolfgang Kahl

Geboren am 14.7.1928 in Sprothau, in Fürstenwalde/Spree beheimatet seit 1952. Verdienste beim Aufbau und Leitung der Domkantorei und als Domorganist. Hat durch sein musikalisches Wirken die evangelische St. Marien Domgemeinde weit über die Grenzen der Stadt Fürstenwalde/Spree hinaus bekannt gemacht. Ehrenbürger seit 04.11.1993.

Günter Kuhn

Sohn des Tierarztes Dr. Heinrich Kuhn geboren. Nach Tätigkeiten als Pfarrer in Brandenburg und Lehnin wurde er am 01.11.1964 Superintendent in Hohenmölsen. Am 01.09.1973 trat er seinen Superintendent seinen Dienst in der Fürstenwalder Domgemeinde an. In den 80er Jahren wurde auf sein Betreiben hin die Dombauhütte gegründet, um Wiederaufbau und Sanierung in der heutigen Gestaltung zu forcieren. Auch als Superintendent im Amt und im Ruhestand hat er stets Akzente im gesellschaftlichen Leben der Stadt Fürstenwalde/Spree gesetzt. 1989/1990 leitete er den „Runden Tisch“ in der Stadt. Er war langjähriges Mitglied im Freundeskreis Museum Fürstenwalde/Spree. Für seine Verdienste beim Wiederaufbau des St. Marien Doms und für sein gesellschaftliches Engagement wurde Günter Kuhn mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Günter Kuhn verstarb am 01.11.2018 Ehrenbürger seit 31.10.1995.

Friedrich Stachat

Geboren am 27. 10. 1938 in Muschaken, in Fürstenwalde/Spree seit 1970. Bildhauer, Keramiker, Zeichner Gestaltete 1972 das Epitaphium für die in nationalsozialistischer Zeit ermordeten Bewohner der Samariteranstalten Fürstenwalde/Spree. Ab 1990 engagiertes Wirken als Projektleiter zur Schaffung der „Kulturfabrik“ als soziokulturelles Zentrum in der Stadt und als Geschäftsführer der „Kulturfabrik gGmbH“ (bis 2003). Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz 1997. Ehrenbürger seit 25. 10. 2003.

Eckhard Fichtmüller

Geboren am 1. Oktober 1940 in Kloster Zinna, seit 1980 in Fürstenwalde/Spree. Verdienste um die Aufarbeitung der Geschichte des Internierungslagers Ketschendorf und um deren Etablierung und dauerhafte Pflege in der Erinnerungskultur. Sichtbares Zeichen dieser Arbeit ist das „Totenbuch“ des Internierungslagers. Vorsitzender der Initiativgruppe Internierungslager Ketschendorf (seit 2010). Verdienste beim Mitwirken am „Runden Tisch“ 1989/1990. Ehrenbürger seit 20. 05. 2015.


Frühere Ehrenbürger der Stadt:

Carl Benjamin Fähndrich

Geboren am 31. 05. 1797 in Luckenwalde. Sohn des Kaufmanns und Posthalters Andreas Wilhelm Fähndrich. Kam 1818 nach Fürstenwalde/Spree, gründet eine Handelsgesellschaft. Erstes Geschäft war in Mühlenstraße Ecke Wassergasse. Heiratete 1821 Charlotte Henriette, deren Vorfahren lebten schon im 16. Jhd als Tuchmacher in der Stadt. Wurde am 5. Juli 1832 als Schiedsmann gewählt und war 1849 – 1850 Stadtverordnetenvorsteher. Fähndrich versorgte nicht nur die Spreeschiffer und Einwohner, sondern auch die Umgebung. Er eröffnete ein weiteres Geschäft in der Mühlenstraße Ecke Tuchmacherstraße. Verstarb am 10.03.1873 in Fürstenwalde. Ehrenbürger seit 10.03.1870

Dr. Caesar Emil Berndt, Generalarzt

Geboren am 18. 02. 1805 in Kurnik (Kórnik, südlich von Poznan). Nach dem Studium praktiziert er seit 1834 in Fürstenwalde/Spree, in diesem Jahr trat er als Regimentsarzt in das hiesige Ulanen-Regiment ein. Am 18.02.1852 wird ihm der Rote Adler-Orden 4. Klasse verliehen (Fürstenwalder Wochenblatt vom 21. 02. 1852). Als Oberstabsarzt des Ulanen-Regiments 3 und als Corps-Lazarett-Direktor erhält er im Juni 1861 den Rote Adler-Orden 3. Klasse mit der Schleife. Der durch den Berliner Hofkalligraphen Schütz gefertigte Ehrenbürgerbrief wird ihm nach Anfertigung überreicht. Ehrenbürger seit 12.08.1873

Carl Gottlieb Arnold, Maurermeister

Geboren 1807 in Fürstenwalde/Spree. Lehre als Maurer. Gründet 1835 die Carl Arnhold & Co. Dampfziegelei und Zementhandlung. 1839 erfand und entwickelt hochproduktiven Ziegelofen, der durch seine Konstruktion einen kontinuierlichen Brand ermöglichte. Wurde jedoch nicht zum Patent angemeldet. Ingenieur Friedrich Eduard Hoffmann meldete 1859 ein Patent auf einen ringförmigen Ofen anmeldete. Dies wurde später angefochten und 1872 aufgehoben. Carl Gottlieb Arnold heiratet am 20. 10. 1842 eine C. A. B. Wobring. 1850 wird Arnold Stadtverordnetenvorsteher. Beantragt am 07.11.1854 die Anlage einer Ziegelei und Kalkbrennerei auf der Ketschendorfer Feldmark. Carl Gottlieb Arnold stirbt am 16. Juni 1877. Ehrenbürger seit 12.08.1873

Graf Friedrich Wilhelm Walter von der Gröben, Generalleutnant

War 1864 bis 1873 Kommandeur des 1. Brandenburgisches Ulanen-Regiment (Kaiser von Russland) Nr. 3 in Fürstenwalde/Spree. Friedrich Wilhelm Walter Graf von der Gröben hatte anlässlich der Rückkehr des Ulanen-Regimentes aus dem Feldzug gegen Frankreich 1870/71 der Stadt Fürstenwalde ein Legat (ein Vermächtnis im Sinne des Erbrechts) von 3000 MK mit der Bestimmung vermacht, dass die Zinsen davon an hiesige hilfsbedürftige Arme verteilt werden. Die Zustimmung zur Ehrung als Ehrenbürger gab v. d. Gröben am 25.03.1871 im Schreiben aus Reims (Kriegszeit). Er verstarb am 25.10.1889. Ehrenbürger im Mai 1871

August Zimmermann

Errichtet 1875 auf dem Boden des bischöflichen Kapitalhauses, neben der alten „Jacobschen Brauerei“, eine weitere Brauerei. Erwarb ein Stück vom Stadtgraben am „Neuen Tor“, um einen Eiskeller zu errichten. Nach Aufkauf des ehemaligen jüdischen Friedhof am „Neuen Tore“ verband er beide Grundstücke durch eine kleine Brücke. Sein Bier („Grünthaler Bier“) hatte guten Ruf, wurde sehr bekannt. Sein besonders gebrautes Versandbier ging bis nach Indien. Durch das sehr einträgliche Biergeschäft konnte sich Zimmermann den Villenbau in der Gartenstraße nach Vorbild des „Schlosses Trianon“ (Lustschloss im Park von Versailles) ermöglichen. Nach Wahl zum Direktor der Berliner Aktienbrauerei „Tivoli“ zieht Zimmermann nach Berlin, die„Villa Trianon“ steht zum Verkauf. Da weder Stadt noch andere die Kaufsumme aufbringen können, verwildern Villa und Grundstück. Später nutzt es das Militär als Mannschaftsküche. Nach Bebauung mit Bürgerhäusern ist es seit 1904 nicht mehr von der Straße aus zu sehen. Die Brauerei in Fürstenwalde vereinigte er mit „Tivoli“ gegen einen Verkaufspreis von 500 000 Talern. Nach dem Verkauf der eigenen Firma an Tivoli hatte Zimmermann Aktienmehrheit und war deren alleinhaftender persönlicher Gesellschafter und Generaldirektor. Auch durch diesen Zusammenschluss 1891 wird die spätere Schultheiss-Brauerei schlagartig zur größten Brauerei Deutschlands. (Heute Kulturbrauerei in der Schönhauser Allee). Ehrenbürger seit 1974

Gustav Sembritzki

Geboren in Berlin, seit 1868 in Fürstenwalde/Spree. Wird 1870 Stadtverordneter und 1873 Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung. Seine Verdienste für die Stadt werden damit beschrieben, dass er es einerseits verstand für die Bewilligung von Geldmitteln für die Stadt so zu kämpfen, dass sie letztlich auch ausgereicht wurden andererseite aber Maßnahmen, die geeignet waren, die Steuerkraft der Bürgerschaft übermäßig zu belasten, entschieden entgegentrat. Hinterläßt der Stadt eine ansehnliche Stiftung. Ehrenbürger seit 1894

Richard Julius Pintsch

Geboren am 19. 02 1840 in Berlin als ältester Sohn von Julius Carl Friedrich Pintsch geboren. Nach Abschluß der höheren Bürgerschule, trat im Alter von 14½ Jahren in die väterliche Fabrik ein. 18jährig war er bereits Meister, Buchhalter, Kassierer und Modellzeichner. 1872 gründet Richard Pintsch eine weitere Fabrik in Fürstenwalde/Spree (Werkstatt für Gegenstände des Beleuchtungswesens). Ab 1878 auch Produktion von Apparate zur Leuchtgasherstellung und von Gasmessern. Er entwickelt und produziert Gasbeleuchtung für Eisenbahnwagen. Später werden Beleuchtungssysteme für Seezeichen entwickelt und produziert. Durch internationale Aufträge kommen Seezeichen und Leuchttürme in viele Regionen der Welt. 1887 wird er zum Kommerzienrat und 1896 zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Die Technische Hochschule in Berlin ehrte ihn am 19.Februar 1910 für sein Lebenswerk durch die Verleihung des Ehrendoktors der Ingenieurwissenschaften. Verstarb am 06.09.1919 in Berlin Ehrenbürger seit 1893 Auch Ehrenbürger von Berchtesgaden (09.08.1906)

Richard Paul Wilhelm Kube

Geboren am 13.11.1887 in Glogau, aufgewachsen in Berlin. Studiert von 1908 bis 1912 Geschichte, Staatswissenschaften und Theologie. Kube war Mitbegründer und Führer des antisemitischen Deutschvölkischen Studentenverbandes. 1927/1928 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 71 682). 1928 wurde Kube Gauleiter der NSDAP im Gau Kurmark. 1933 wurde er Oberpräsidenten von Berlin-Brandenburg, gleichzeitig auch für die preußische Provinz Posen-Westpreußen /bis 1936). 1936 wurde Kube nach Differenzen mit Bormann aller staatlichen und parteilichen Ämter wegen außerordentlicher Korruptheit enthoben. 1940 war er als SS-Rottenführer im KZ Dachau. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurde Kube politisch reaktiviert und am 17. Juli 1941 zum Generalkommissar für den Generalbezirk Weißrussland in Minsk ernannt. Am 22. September 1942 wurde Kube in Minsk durch eine Bombe, die sein Dienstmädchen unter dem Bett versteckt hatte getötet. 09.11.1935 Ehrenbürger


Geliebte und ungeliebte Töchter und Söhne der Stadt Fürstenwalde/Spree:

Moritz Hofmann auch Mauritius Hoffmann

Geboren am 20.09.1621 in Fürstenwalde als Sohn des Bürgermeisters David Hoffmann und Anna Nößler (Tochter des Berliner Hofpredigers Martin Nößler). Studierte in Altdorf und Padua Medizin, Sprachen, Geschichte, Philosophie und Botanik. 1644 kehrte er nach Altdorf zurück und promovierte zum Doktor der Medizin. Vier Jahre später wurde er dort Professor für Anatomie und Chirurgie, sowie 1653 Professor der Botanik. Er verfasste zahlreiche Werke und Lehrbücher zur Medizin, Anatomie und Chirurgie. Sein Ruhm als Mediziner machte ihn zum Leibarzt des Pfälzischen, Bayreuthischen und Württembergischen Hof. Er war in seiner über fünfzigjährigen Tätigkeit an der Universität Altdorf 22mal Dekan der Fakultät und 5mal Rektor Magnificus. Hofmann starb am 20.4.1698 in Altdorf bei Nürnberg.

Christian Mentzel (1622–1701), Mediziner, Botaniker und Sinologe

Sohn des Bürgermeisters der Stadt Fürstenwalde/Spree, studierte an den Universitäten zu Frankfurt (Oder) und Königsberg (Ostpreußen) Medizin und Naturwissenschaften. Nach Reisen durch Polen, die Niederlande, Italien und Malta promovierte er 1654 in Padua. Nach Rückkehr ließ er sich als praktischer Arzt in Berlin nieder, wurde 1658 vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm zum Leibarzt und kurfürstlichen Rat ernannt.

Johann Friedrich Penther, Mathematiker und Architekturtheoretiker

Geboren am 17. Mai 1693 in Fürstenwalde/Spree. Zeichnete als 18jähriger zwei Stadtansichten von Fürstenwalde, die zu den genauesten Zeichnungen der Stadt gehören und in der Abschriften-Sammlung Fürstenwalder Urkunden des Georg Roth überliefert wurden. Penther studiert von 1713 - 1717 Philosophie und Mathematik an der Universität Frankfurt (Oder). Danach ist er für kurze Zeit Geheimer Kriegsrats in Brandenburg-Preußen. Ab 1717 ist er Hofmeister bei den Söhnen des Grafen von Haugwitz. 1720 tritt er als Bergsekretär in die Dienste des Grafen zu Stolberg und ist Mathematiklehrer seiner Söhne. 1724 zeichnete er eine Karte der Stadt Stolberg und ein Verzeichnis der Grundstücke, Besitzer und Bewohner. 1727 – 1728 Militärdienst in Ungarn. 1730 wird er zum Kammer- und Bergrat des Grafen ernannt wird. Später wird Professor für Ökonomie an der Akademie der Wissenschaften in Göttingen und verwaltet deren Liegenschaften. Er wird 1736 ordentlicher Professor für Mathematik (Ökonomie) an der neugegründeten Universität Göttingen. Von 1747 bis 1748 ist Penther Prorektor der Universität Göttingen. Im Alter von 56 Jahren stirbt der Architekturtheoretiker Johann Friedrich Penther am 17. September 1749 in Göttingen.

Theodor Jacobs (1824–1893), Reichstagsabgeordneter

Jacobs lernte an der Bürgerschule in Fürstenwalde/Spree, danach am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin. Er studierte in Berlin Rechts- und Staatswissenschaften und begann danach die juristische Laufbahn in Frankfurt (Oder), trat später zur Militärverwaltung über. Jacobs machte in der Schleswig-Holsteinischen Armee die Feldzüge 1849 und 1850 mit, zuletzt als Feld-Intendant. Seit März 1854 war er vortragender Rat in der Marinezentralbehörde, wobei er einen hervorragenden Anteil an der Schaffung und Fortbildung der Kriegsmarine hatte. Bis zum Ausscheiden aus der Stellung im Jahre 1872 war er dauernd Vertreter der Marineverwaltung vor der Volksvertretung. Von 1874 bis 1878 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Frankfurt 2 (Landsberg, Soldin) und die Nationalliberale Partei.

Ernst Laas (1837–1885), Pädagoge und Philosoph

Laas wuchs als Sohn des Schneidermeisters Joh. Peter Laas (1807–1857) in Fürstenwalde/Spree in wirtschaftlich beschränkten Verhältnissen auf. Durch Unterstützung des Generals von Massow konnte er des Joachimsthalsche Gymnasium besuchen. Von 1854 bis 1856 war er als Hauslehrer tätig. Anschließend immatrikulierte er sich an der Universität Berlin. Er studierte Theologie und Philosophie und promovierte 1859 mit einer Arbeit über Das Moral-Prinzip des Aristoteles. 1860 wurde er Lehrer am Friedrichs-Gymnasium Berlin und 1868 am Berliner Wilhelmsgymnasium. Er heiratete 1861 Martha Vogeler (1839–1919), sie hatten fünf Söhne. 1872 erhielt er Kaiser-Wilhelm-Universität zu Straßburg einen Lehrstuhl für Philosophie, den er bis zu seinem Tod innehatte.

Paul Rehbach, Politiker, Landtagsabgeordneter in Württemberg

Geboren am 26.02.1874 in Fürstenwalde/Spree. Nach der Büchsenmacherlehre ging er auf die Walz, ließ sich in Württemberg nieder. Trat um 1900 der SPD bei. Wurde 1917 Mitglied der USPD, dort gehörte er zum linken Flügel. 1922 wurde er für die KPD in den Gemeinderat Göppingen gewählt, 1924 in den Landtag Württembergs. Bei den Neuwahlen zum Landtag 1928 wurde er nicht wieder als Kandidat aufgestellt und verließ 1929 die KPD. 1931 trat er neu gegründeten SAPD (Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands) bei, er kandidierte erfolglos bei den Reichstagswahlen 1932. Nach Machtübernahme der NSDAP wurde Rehbach inhaftiert, er starb im Frühjahr 1934, wobei unklar ist, ob er sich zu diesem Zeitpunkt in Gefangenschaft befand. Er starb am 17. 03. 1934 in Göppingen.

Max Valentin, Bildhauer

Geboren am 14.06.1875 in Fürstenwalde/Spree. Er studierte an der Berliner Kunstakademie unter Ludwig Manzel (1884-1908) als Schäler und Mitarbeiter. Danach war er freischaffender Bildhauer in Charlottenburg. Auf der Berliner Kunstaustellung war Max Valentin von 1904 bis 1918 mit seinen Werken vertreten (überwiegend Kleinplastiken, zum Teil stark vom Jugendstil -kunstgeschichtliche Epoche des 19./20.Jh.- beeinflusst). Er starb am 05. 05 1931 in Berlin und wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beerdigt.

Paul Henze, Maschinenbauingenieur und Automobilpionier

Geboren am 12.12.1880 in Fürstenwalde/Spree. Arbeitet von 1899 bis 1902 als Chefkonstrukteur bei der Cudell Motor Compagnie in Aachen. Ab 1905 als Mitgründer und Teilhaber der Firma Imperia im belgischen Nessonvaux bei Lüttich tätig, konstruiert mehrere Motoren. Ende 1909 arbeitete er einige Monate für die Simson-Werke in Suhl und wechselt 1910 wechselt zur böhmischen Marke RAF (Reichenberger Automobil Fabrik). Beteiligt an der Entwicklung des Modells Abadal bei Firma Imperia im Jahr 1913 wird er kriegsbedingt 1916 zur Maschinenfabrik Walther Steiger & Co. in Burgrieden zwangsverpflichtet. Während des Kriegs konzipierte leistungsfähige Personenwagen gehen ab 1920 erfolgreich in Serie. 1922 geht Henze nach Suhl, bis 1927 konstruiert er dort mehrere Fahrzeuge (u. a. die Reihe Simson Supra). 1929 kommt er zur NAG in Berlin-Oberschöneweide, er entwirft hier den ersten deutschen Serien-V-8-Motor. Er starb 26.07.1966 in Moosburg an der Isar

Ottomar Geschke, deutscher Politiker

Geboren am 16.11.1882 in Fürstenwalde/Spree. Nach der Schule und Schlosserlehre arbeitet er als Schlosser und Monteur in Berlin. Seit 1908 engagierte er sich in der Arbeiterbewegung und gehört 1918 den Revolutionären Obleuten an, war Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates. 1919 wird er KPD-Mitglied und 1920 Funktionär in der Gewerkschaftsabteilung der KPD. Ab 1923 wurde er als Vertreter der Parteilinken in die KPD-Zentrale berufen. Seit 1924 war er Mitglied des Präsidiums der Kommunistischen Internationale. Bei der Wahl 1924 wurde er in den Deutschen Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte. Wird im Februar 1933 verhaftet und kommt in die Konzentrationslager Lichtenburg, Sonnenburg und Buchenwald. Nach dem 2. Weltkrieg ist Geschke vom 19. 05. 1945 bis 08. 01. 1947 als Stadtrat für Sozialfürsorge

Carl Joachim Stimming

Geboren am 15. 05. 1876 in Fürstenwalde/Spree als Sohn des Brauereibesitzers Wilhelm Stimming. Nach Abiturabschluß 1894 am Gymnasium leistet er Militärdienst und studiert danach Rechtswissenschaften in Erlangen 1899 bis 1910 war er Verwaltungsbeamter bei der Kaiserlichen Marine, wird danach als Hilfsreferent ins Reichsmarineministerium berufen. Nach Tätigkeiten ab 1915 in der Reichsfinanzverwaltung und im Reichsschatzamt wird er 1917 zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt. 1917wird er Mitglied im Vorstand des Norddeutschen Lloyd (NDL), zunächst als Leiter der Kajüt- und Zwischendeckabteilung. Im April 1921 wurde er Generaldirektor des NDL. 1929 und 1930 stellte die Reederei die Passagierdampfer „Bremen“ und Europa“ in Dienst. Stimming starb am 06. 11. 1931 in Hamburg.

Wilhelm Burgdorf, General der Wehrmacht

Geboren am 14.02.1895 in Fürstenwalde/Spree. Trat am 03.08.1914 als Freiwilliger in den Militärdienst ein. Nach Kriegsende dient er bis Mitte 1919 in einem Freikorps, wird danach in die Vorläufige Reichswehr übernommen. Nach verschiedenen Verwendungen wird 1940 bis 1942 Kommandeur in einem Infanterieregiment, am 20. 07.1944 wurde er Chef des Heerespersonalamtes und gleichzeitig ab 12. 10. 1944 Chefadjutant des Oberkommandos der Wehrmacht. Am 14. Oktober 1944 überbrachten Burgdorf und Generalleutnant Maisel die persönliche Aufforderung Hitlers an Generalfeldmarschall Rommel zum Suizid. Burgdorf unterzeichnete am 29. April 1945 als Zeuge neben Goebbels, Krebs und Bormann Hitlers politisches Testament. Burgdorf beging am 01. 05. 1945 im Hitler-Bunker Suizid.


Hellmuth Falkenfeld (Deutscher Philosoph, Hörspielautor und Autor verschiedener philosophischer Werke)

Geboren am 21. März 1893 in Fürstenwalde/Spree als Sohn des Rechtanwaltes Max Falkenfeld und seiner Ehefrau Margarethe. 1902 zog die Familie nach Frankfurt an der Oder um, wo Hellmuth Falkenfeld die Schule besuchte. Zu seinen Schulfreunden gehörte Klabund (Alfred Georg Hermann Henschke). 1913 wurde von ihm „Trauergesang in einem Vorspiel und vier Akten“ am Stadttheater in Frankfurt an der Oder uraufgeführt. Er war dort bereits mit 20 Jahren Direktor. Er meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, obschon er Pazifist war. Er erhielt das EK I und das Verwundetenabzeichen und war nach der Verwundung im Kriegsministerium in Berlin eingesetzt. Falkenfeld studierte Rechtswissenschaft und Philosophie in Freiburg im Breisgau, München und Berlin, wo er am 9. August 1918 mit der Dissertation Das Verhältnis von Zeit und Realität bei Kant und bei Bergson zum Dr. phil. promoviert wurde. Falkenfeld war in erster Ehe mit Ilse Ehrenfried verheiratet, sie hatten eine 1917 geborene Tochter Eva Gabriela. Nach dem Krieg arbeitete er als Dozent an Volkshochschulen in Berlin. Er war Verfasser von Hörspielen und sprach philosophische Beiträge im neuentstehenden Rundfunk. Er schrieb Feuilletonbeiträge für die Vossische Zeitung, die Frankfurter Zeitung, die Weltbühne und für das Tagebuch. Zu seinem Freundeskreis zählten Norbert Einstein, Max Pallenberg und Erwin Panofsky. Falkenfeld wurde 1926 geschieden und heiratete 1927 die Fotografin Suse Byk. Suse Byk betrieb ein Fotoatelier am Kurfürstendamm. Beide blieben nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 in Berlin, und sie konnte noch unter den Bedingungen des Antisemitismus weiterarbeiten. während er bei der Volkshochschule aus rassistischen Gründen entlassen wurde. Unter der Last des politischen Drucks gaben sie 1938 auf, und sie verkaufte ihren Betrieb zu Arisierungspreisen. Am 19. Oktober 1938 emigrierten Suse und Hellmuth Falkenfeld über Rotterdam nach London, und von dort nach New York. Bei Kriegsausbruch meldete er sich zur Arbeit als Krankenpfleger im Mount Sinai Hospital, die Stelle behielt er nach Kriegsende. Er starb 1954 in New York bei einem Autounfall.


Karl Paetow, Volkskundler, Schriftsteller, Doktor der Philosophie

Geboren am 19. 03.1903 in Fürstenwalde/Spree. Lebt ab 1907 in Kassel. Nach dem Abitur 1921 studiert er in Göttingen, Frankfurt, Köln, Bonn und Berlin Germanistik, Kunstgeschichte und Volkskunde. Das Studium finanzierte er sich als Werkstudent und Lokomotivheizer. In Leipzig erwarb er 1928 den Doktortitel (Philosophie). Er war von 1930 bis 1933 Museumsleiter in Stolp (Pommern). Nach seiner Hochzeit und nach Forschungsaufträgen wurde er 1939 zur Wehrmacht eingezogen, er wird verwundet, kommt später in amerikanische Gefangenschaft. Nach Rückkehr wurde er 1951 Leiter des Deutschen Tabak- und Kreismuseum in Bünde (NRW). Die Leitung führte er bis zur Pensionierung 1968 durch. Seine seit Jahren zusammengetragene Märchen- und Sagensammlung schenkte er 1973 der Stadt Bad Oeynhausen. Bis 1981 leitete Paetow ehrenamtlich das „Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum“. Auch unter dem Pseudonym Karl Stratow verfasste er viele Sagen- und Märchenbücher (vorwiegend aus dem Weserbergland) Sein Buch „Die schönsten Wesersagen“ führte 1975 zur Gründung der „Deutschen Märchenstraße“. Er starb am 23. 10. 1992 in Bad Oeynhausen.

Rudolf Walter Ernst Fähndrich

Geboren am 21. 10. 1906 in Fürstenwalde/Spree. Nach Schulabschluß war Diätar der Ritterschaftsbank (Diätar - bei einer Behörde auf Zeit Beschäftigter). 1931 ist er als Bankbeamter in Frankfurt(Oder). Nach der Hochzeit 1933 beschäftigt er sich als Sippenforscher (RSH – Reichsverband der Sippenforscher und Heraldiker e.V.) und veröffentlicht dazu u.a. in mehreren Zeitungen. • 15.07.1936 „Fürstenwalder Leichenpredigt vor 300 Jahren“ • 1937 „Traureden der Dombücherei in Fürstenwalde an der Spree“ Am 24.09.1940 beendet er seine Forschungen mit der Stammtafel der Familie Gielsch in Kliestow. Nach dem 2. Weltkrieg ist er als Bankinspektor in Langenthal (Hessen) tätig. Er stirbt 17. 06. 1950.

Wolfgang Seyfarth, Historiker

Geboren am 21. 05. 1906 in Fürstenwalde/Spree. Nach Abiturabschluß1924 Eintritt als Offiziersanwärter in die Reichswehr. Von 1925 bis 1929 Studium (klass. Philologie und Geschichte) an der Universität Berlin. Nach bestandenem Staatsexamen 1930 arbeitete er bis 1932 als Lehrer. Im Oktober 1934 Promotion zum Dr. phil. Wird 1940 Mitglied der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbei-terpartei (NSDAP). 1953 bis 1971 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Akademie der Wissenschaften der DDR (1960 Habilitation). Danach Leiter des Bereichs Griechisch-römische Geschichte an der DAW, späteres Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Daneben war er ab 1963 Dozent und ab 1967 Professor für lateinische und griechische Literatur und Sprache an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. 1971 ging er in den Ruhestand. Er stirbt am 14. 02. 1985.

Gerhard Goßmann

wurde am 1. November 1912 in Guben geboren. Seit 1917 in Fürstenwalde/Spree. Mit fünf Jahren zieht er mit seiner Familie nach Fürstenwalde. 1928-1932 Lehre als Lithograf in Berlin. Miit 18 Jahren Mitglied der ASSO (Assoziation revolutionärer bildender Künstler - Zusammenschluss kommunistischer Künstler). 1932-1935 Studium an der „Höheren Graphischen Fachschule Berlin“. Ab 1935 als freier Grafiker tätig. Durch Förderung der Verleger Rowohlt und Kiepenheuer schuf Goßmann bis 1939 bereits zahlreiche Illustrationen. Nach Gefangenschaft 1945 Rückkehr nach Fürstenwalde/Spree. Arbeit als Lehrer für Geschichte und Kunsterziehung. Hält an Abendschule und in „Urania“ Vorträge zur Kunstgeschichte. Ist beteiligt an der Gründung des Kulturbundes im Land Brandenburg, wird im Kreis Fürstenwalde/Spree Vorsitzender. Ab 1955 wieder Lehrtätigkeit und Tätigkeit als freischaffender Illustrator, Maler und Grafiker. 1950-1962 Vorsitzender des Bezirksverbandes bildender Künstler Frankfurt (Oder). Ließ sich nicht in Klischees zwängen, war oft unduldsam und unbequem. Zog sich 1962 aus Funktionen im Künstlerverband und im Kulturbund zurück. Gerhard Goßmann verstarb am 25. Juli 1994 in Bad Saarow. Auszeichnungen • 1960: Kunstpreis des Bezirks Frankfurt/Oder für Buchillustrationen. • 1982: Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur. • 1986: Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR. • Auszeichnung seiner Bücher als „Schönste Bücher der DDR“. Auf dem Marktplatz wird eine Skulptur Robert Metzkes aufgestellt, die ihn mit Skizzenblock darstellt.

Wolfgang Köpp, Veterinär, Schriftsteller

Geboren am 30. 05. 1933 in Fürstenwalde/Spree. Als promovierter Veterinär im Bezirk Neubrandenburg (DDR) tätig, praktizierte seit 1971 er in Alt Rehse, dort wohnt er heute noch. Von 1994 bis 2001 war er Bürgermeister von Alt Rehse. Verfasste mehrere autobiographisch geprägte Bücher über die Jagd und die Arbeit als Tierarzt, schildert den Alltag der Landwirtschaft in der DDR. Weiterhin befaßt es sich mit der Geschichte von Alt Rehse (insbesondere mit der dort in der Zeit des Nationalsozialismus bestehenden Führerschule der Deutschen Ärzteschaft).

Fred Klingauf, Phytomediziner und Präsident der BBA

Geboren am 24. 08. 1936 in Fürstenwalde/Spree. Nach der Schulzeit in Fürstenwalde folgt 1954-1955 die Ausbildung zum Fachschuldozenten (Landwirtschaft) u. a. in Seelow. 1955-1956 ist er tätig als Lehrer an der Fachschule für Landwirtschaft in Fürstenwalde. Danach Studium an der Hochschule für Ökonomie in Berlin. 1959 Wegzug nach Bonn und Fortsetzung des Studiums, 1966 Promotion (Dr. rer. nat.). Nach Assistententätigkeit an der Universität Bonn 1976 Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat und Professor. Ab Oktober 1979 geschäftsführender Direktor des Instituts für Pflanzenkrankheiten in Bonn. Ab 01.08.1980 tätig als Direktor und Professor des Instituts für Schädlingsbekämpfung in Darmstadt, wird ab 01.07.1988 Präsident der Biologischen Bundesanstalt für Land- u. Forstwirtschaft. Ab Ende August 2001 im Ruhestand.

Pit Kroke, Maler, Bildhauer, Grafiker, bildender Künstler

Geboren am 01. 03. 1936 in Fürstenwalde/Spree. War ein bildender Künstler, bekanntgeworden durch auffällige Stahlskulpturen im öffentlichen Raum. ( New York, Bologna, Essen, Hannover, Ulm, Berlin). Bekannt ist die „Geschichtswand“ im Willy-Brandt-Haus (großformatige Darstellung der Geschichte der Sozialdemokratie). Er studierte auch experimentelle Fotografie (Vor dem Hintergrund eines Fotos von der Maueröffnung Darstellung von Standbilder aus Fernsehberichten und andere Objekte gezeigt). Seine Skulptur „Run“ stand 1990 Auf der „Skulpturenmeile“ in der Münchener Innenstadt und kam später nach Fürstenwalde/Spree auf die Schlosswiese. Er starb am 01. 11. 2016 in Berlin.

Horst Lebinsky, Schauspieler

Geboren 1936 in Fürstenwalde/Spree machte Horst Lebinsky an der Seite von Manfred Krug eine Ausbildung als Stahlwerker in Brandenburg. Er besuchte die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, kam 1968 an das „Deutsche Theater“ Berlin als Regieassistent, später als Ensemblemitglied. Kurzzeitig wirkte er 1985 als Oberspielleiter am Kleist-Theater in Frankfurt/Oder. Unter Frank Castorf spielte er u. a. Rollen in Ibsens „John Gabriel Borkmann“, in Hauptmanns „Der Biberpelz“ (Regie Thomas Langhoff). Später Zusammenarbeitet mit Regisseuren wie Stephan Kimmig, Nicolas Stemann, Michael Thalheimer und Barbara Frey. Mehrere Rollen in Kino- und Fernsehfilmen, z. B. „Till Eulenspiegel“ (1975), „Bankett für Achilles“ (1975), „Jadup und Boel“ (1980/1988) und „Sonnenallee“ (1999).

Wolfgang Götze, theoretischer Physiker

Geboren am 11. 07. 1937 in Fürstenwalde/Spree. Nach Physikstudium an der Humboldt-Universität und der Freien Universität in Berlin sowie der Promotion in München 1963 folgten unter anderem Gastaufenthalte in den USA und Sowjetunion. 1970 übernimmt er einen Lehrstuhl für Theoretische Physik an der Technische Universität München. Er forscht in der theoretischen Festkörperphysik. 2004 Emeritierung. Für seine Beiträge zur Theorie der kondensierten Materie, insbesondere die Moden-Kopplungstheorie, erhielt Götze 2006 die Max-Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.Für diese Theorie sowie sein

Hans-Joachim Jentsch, CDU-Politiker, Richter am Bundesverfassungsgericht

Geboren 20.09.1937 in Fürstenwalde/Spree. Legte 1966 zweites Staatsexamen ab und promoviert, Zulassung als Rechtsanwalt. 1977 Zulassung als Notar in Wiesbaden. Ober-bürgermeister in Wiesbaden von 1982 bis 1985 Justizminister im Freistaat Thüringen von 1990 bis 1994. Mitglied im 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts von 1996 bis 2005. Seit 2004 Honorarprofessor an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Hans-Michael Rehberg, Schauspieler, Regisseur

Geboren am 02. 04. 1938 in Fürstenwalde/Spree. Aufgewachsen in Brandenburg, Schlesien, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Nach Schulabbruch Schauspielausbildung in Essen. Erfolgreiche Engagements u. a. am Wiener Burgtheater, bei den Salzburger Festspielen und am Bayerischen Staatsschauspiel, in Hamburg, in Zürich und in Berlin. Erfolgreiche Rollen bei Film und Fernsehen („Pfarrer Braun“, „Die Rosenheim-Cops“, „Schindlers Liste“, „Stammheim“ und viele weitere). Er starb am 07.11. 2017 in Berlin.

Ludolf von Wartenberg , CDU-Politiker

Geboren am 22. 09.1941 in Fürstenwalde/Spree. Nach dem Abitur Studium in Hannover, Belfast und Göttingen (Volkswirtschaft und Wirtschqaftsgeschichte), Nach Abschluß des Studiums 1967 Betriebsberater bei Handwerkskammer Hannover. 1970 Promotion zum Dr. rer. pol.. 1970 – 1976 Landtagsabgeordneter in Niedersachsen, 1976 – 1990 Bundestagsabgeordneter. Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) von1990 bis 2008. Seit 2007 tätig u.a. als Berater für Goldman Sachs, APCO Worldwide. Mitglied in mehreren Aufsichtsräten.

Helmut Panke , Manager

Geboren am 31. 08. 1946 in Fürstenwalde/Spree. Abiturabschluß 1966 in München, danach bis 1968 als Reserveoffizier bei der Panzertruppe. Ab 1968 Physik-Studium mit Diplomabschluß, In Folgejahren Forschungsarbeiten und Promotion zum Dr. rer. nat. (Fach Kernphysik). Nach Tätigkeiten für Unternehmensberatung McKinsey & Co ist er ab 1982 im BMW-Konzern, ist von 2002 bis 2006 Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Motoren Werke AG. Seit 2003 Mitglied des Verwaltungsrates von Microsoft.

Lothar Bölck, Autor, Regisseur, Kabarettist

Geboren am 27. 01. 1953 in Fürstenwalde/Spree. Nach Ökonomiestudium spielt er in verschiedenen Kabaretts (Mageburger „Kugelblitze“, Leipziger „Pfeffermühle“, Magdeburger „Zwickmühle“) Rollen in MDR-Kabarettsendungen, u. a. „Kanzleramt Pforte D“ Häufige Auftritte in der Fürstenwalder Kulturfabrik.

Dan Radtke, ehemaliger Radrennfahrer, Trainer

Geboren am 03. 12. 1963 in Fürstenwalde/Spree. Um 1980 beim ASK Vorwärts in Frankfurt/Oder, Junioren-Weltmeister im Mannschaftszeitfahren (u.a. mit Uwe Ampler), 1983 Sieger der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt, weitere Erolge in Bulgarien, in Frankreich, in Kuba und in USA. Vorsitzender des Frankfurter Radsportclubs seit 2006, seit 2010 Geschäftsführer des Vereins, auch als Trainer tätig.

Burkhard Reich, Fußballer, Fußballfunktionär

Geboren am 01. 12. 1964 in Fürstenwalde/Spree. Erste Jugenderfolge bei SG Dynamo Fürstenwalde, kommt 1977 zum, Nachwuchs des BFC Dynamo, kehrt jedoch 1981 wieder nach Fürstenwalde zurück. Spielt in der DDR-Liga, wird 1985/86 wieder zum BFC Dynamo geholt. Zwischen 1987 und 1990 Einsätze in der DDR-Nationalmannschaft. 1991 Wechsel zum Karlsruher Sportclub (KSC), 1998 Wechsel zum VfB Leipzig und Karriereende als Fußballer. Geht 2000 wieder zurück zum KSC, dort tätig u. a. als Teammanager und sportlicher Leiter der U 23. Präsident und Kapitän der KSC-Traditionsmannschaft.

Axel Schulz, ehemaliger Boxer, Brandenburger Bierbotschafter

Geboren am 09. 11. 1968 in Bad Saarow, aufgewachsen in Fürstenwalde/Spree. Als Elfjähriger kam er zur BSG Gaselan, Fürstenwalde, danach zur Kinder- und Jugendsportschule (KJS) nach Frankfurt(Oder). Mehrfacher DDR-Meister und Junioreneuropameister. 1989 Vizeeuropameister und Dritter der Weltmeisterschaft. 1997 Sportler des Jahres in Brandenburg. In der internationalen Karriere nach 1990 erreicht er 26 Siege und 5 Niederlagen. Sportliche Karriere nach 2006 beendet.

Gunar Kirchbach, ehemaliger Kanute

Geboren am 12. 10. 1971 in Bad Saarow Wird 1989 Juniorenweltmeister im Zweier-Canadier (mit Andreas Dittmer). 1992 im deutschen Olympiaaufgebot, 1993 Dritter der Weltmeisterschaft. Bei der Olympiade 1996 Goldmedaille (mit Andreas Dittmer), 1997 Weltmeister. Nach seiner Laufbahn ist er Trainer in Leipzig (Bundestützpunkt)


Persönlichkeiten, die auf die eine oder andere Art mit Fürstenwalde verbunden sind

Ernst Friedrich Quistorp

Geboren am 24. 05. 1689 in Fürstenwalde/Spree als Sohn des Inspektors Johann Ernst Quistorp (Großvater Tobias 1616-1666 war Pastor in Fürstenwalde. Nach Vorbildung für die Universität Studium in Rostock, 1708 mit dem Magister abgeschlossen. Danach tätig als Pastor in Gehren (Sachsen). Seine für damalige Zeit sehr bedeutende Bibliothek (etwa noch 250 erhaltene Bände) und Sammlung vermachte er seiner Heimatstadt Fürstenwalde (Testament vom 04. 04. 1762). Diese Sammlung bildete den Grundstock für die heutige Dombibliothek Er verstarb 1762 in Gehren.

Johann Gottlob Teschner, Instrumentenbauer, Unternehmer

Geboren 1801 in Fürstenwalde/Spree. Erlernte 1815 den Beruf eines Instrumentenbauers und gründete 1825 eine Instrumentenbaufirma. Der von ihm entwickelte Baumzirkel fand Verbreitung in der Forstwirtschaft. Seine Orgeln kamen u. a. in die Kirchen von Steinhöfel (1871), Jänickendorf (Mitte 19. Jhd.), Wernsdorf (1900) und Dörwalde (1868) Sein Sohn Hermann Teschner (geb. 02. 10 1848) übernahm 1875 das Geschäft (Pianoherstellung) und lieferte u. a. auch nach England. Der von ihm entwickelte Glockenresonanzboden wurde zum Patent ange-meldet. Der Urenkel Hermann Teschner führte das Geschäft noch bis zu seinem Tod 1965. Johann Gottlob Teschner verstarb 1875

Julius Carl Friedrich Pintsch

Ist am 6.1.1815 in Berlin geboren. Nach abgeschlossener Klempnerlehre und Wanderjahren kehrte er nach Berlin zurück und arbeitete zunächst als Geselle in der Firma Koeppen & Wenke. In dieser Zeit absolvierte er seine Meisterausbildung. Am 26. April 1843 gründete er in Berlin, Stralauer Platz 4 seine eigene kleine Werkstatt. Nach Erfahrungen mit reparierten Gasmessern konstruierte Pintsch 1847 einen eigenen Gasmesser. Im Jahr 1848 erfolgte die Erweiterung des Betriebes durch den Erwerb des Hauses Stralauer Platz 6/7. Durch die erfolgreiche Produktion und den Vertrieb der eigenen Gaszähler, sowie der Erweiterung der Produktpalette erfolgte eine Expansion des Unternehmens und es entstanden Filialen in Dresden (1866) und Breslau (1867). Die größte und bedeutendste Filiale entwickelte sich ab 1872 in Fürstenwalde. Die Investitionen in diesen Standort sollten die Entwicklung Fürstenwaldes entscheidend beeinflussen, so verdoppelte sich durch Pintsch die Einwohnerzahl der Stadt im Jahre 1900 auf 16.000 Einwohner. Im Jahr 1879 überließ der Gründer Julius Pintsch die Führung der Firma seinen Söhnen. Er selbst zog als Rentner nach Fürstenwalde und lebte bis zu seinem Tode, am 20. Januar 1884, im Eckgebäude des Betriebes in der Trebuserstraße 60.

Marie Harrer, Schriftstellerin, Journalistin

Geboren am 22./23. 10. 1819 in Züllichau. War eine beliebte und bekannte Schriftstellerin und Journalistin vor allem in Frauenkreisen. Sie leitete von 1856-59 den literarischen Teil der Damenzeitschrift „Der Basar“ in Berlin. Marie Harrer heiratete den Buchhändler Dr. Uttech aus Fürstenwalde/Spree und lebte seit 1866 hier. Als Schriftstellerin verfasste Gedichtbände, Aufsätze und Romane. Sie verstarb am 06. 11. 1870 in Fürstenwalde/Spree.

Theodor Fontane, Schriftsteller, Dichter

Geboren am 30. 12. 1819 in Neuruppin Berühmtheit durch die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, er heiratet Emilie Rouanet-Kummer. Fontanes Schwester Jenny war verheiratet mit dem Apotheker Sommerfeldt. Deren Tochter heiratete den Besitzer der Fürstenwalder „Adler-Apotheke“ (später „Königl. Privilegierte Kronen-Apotheke“) Gustav Roggatz. Bei Polterabend und Hochzeit im Oktober 1875 sind Emilie und Theodor Fontane in Fürstenwalde zu Gast. Nach Besuchen der Familie Roggatz entstand auch Fontanes „Osterfahrt in das Land Beeskow-Storkow“ (1881), auf dieser begleitete ihn das Ehepaar Roggatz. Der Fuhrherr Carl Moll hatte sein Fuhrgeschäft in der Fürstenwalder Junkerstr., später in der Eisenbahnstr. 13 (sein Grab wird auf dem Friedhof in Glienicke, südl. Fürstenwalde/Spree) gepflegt. Fontane starb am 20. 09. 1898 in Berlin

Berthold Ferdinand Adolph Wehnelt

Geboren am 04. 02. 1833 in Fürstenwalde/Spree. Bekannt ist, daß er nach einer Tätigkeit in Rio de Janeiro als Schiffbauingenieur nach Fürstenwalde zurückkam, hier heiratete und mit Familie wieder zurück nach Rio de Janeiro ging. War dort Mitbegründer des „Brasilianischen Lloyd“. Nach schwerer Krankheit kehrte die Familie nach Fürstenwalde zurück. Wehnelt verstarb am 02. 07. 1872 nach der Ankunft in Hamburg. Beerdigt wurde er auf dem Städtischen Friedhof in Fürstenwalde/Spree. Bau Bauarbeiten zwischen Frankfurter Straße und Wilhelmstraße /von 1823 bis 1916 Fridehofsgelände) wurde im März 2008 eine alte Gruft freigelegt. Aufgefunden wurde ein Zinksarg mit Glasfenster, umgeben von einem Holzsarg. An der Stirnseite war eine Tafel mit Inschrift: „Berthold Ferdinand Adolph Wehnelt, geb. 04.02.1833, gest. 02.07.1872“

Reinhold Sachs, Stabstrompeter im Fürstenwalder Ulanenregiment

Geboren am 10. 01. 1835 in Gräfentonna (Thüringen) Begann seinen Militärdienst 1854 als Trompeter beim 12. Preuß. Husaren-regiment, kommt nach bestandener Prüfung 1859 als Stabstrompeter zum Fürstenwalder Ulanenregiment. Nahm teil an Gefechten im deutsch-französischen Krieg und im preußisch-österreich. Krieg. Neben vielen Kompositionen wird der „Kaiser-Alexander-Ulanen-Marsch“ sehr bekannt. Erstmal aufgeführt wird er 1864 in Potsdam vor dem königlichen Hof und dem russischen Kaiser. (Der Marsch ist der 1. Titel auf einem Album des Musikvereins Frenkhausen e.V.). 1880 wurde Sachs zum Königl. Obermusikmeister (später umbenannt in Musikdirigent) befördert. In Fürstenwalde/Spree waren die Konzerte des Trompeterkorps unter seiner Leitung (u.a. im Gesellschaftshaus, im Hotel Kronprinz, im Tivoli-Restaurant und in der Philharmonie) sehr beliebt. Beendet seinen Militärdienst 1893 und lebt bis zu seinem Tod am 29.08.1914 in Fürstenwalde/Spree (Feldstr. 2a).

Emil Paul von der Osten (Deutsch/Schwedischer Schauspieler, Schriftsteller)

Geboren am 12. Februar 1848 in Fürstenwalde/Spree als Sohn des Schauspielers und Theaterintendanten Emil von der Osten und der (vermutlich Schauspielerin) Amalie Bertha Raszewsky genannt Carli. 1862 kam er mit seinem Vater nach Schweden und trat dort bereits im Alter von 13 Jahren in den Dienst der Schwedische Marine. Er erwarb in dieser Zeit auch den Kapitänstitel. Nach mehreren Stationen auf den Antillen und in Nordamerika, wo er als Schauspieler arbeitete, kam er Ende der 1870er Jahren nach Deutschland zurück. Nach mehreren festen Engagements an verschiedenen deutschen Bühnen (Hamburg und Dresden) gründete er 1890 eine eigene Theatergruppe mit der er auf in Deutschland Reisen ging. 1885 kehrte er nach Schweden zurück, wo er zunächst am „Königlich dramatischen Stora Theater“ in Göteborg mitwirkte. Nach einigen Jahren gründete er wieder ein Wandertheater, mit dem er in Schweden umherreiste. Hierbei zog er sich infolge der großen Kälte eine schwere Erkältung und eine Lungenentzündung zu. Im Oskarshamns Lasaret verstarb er am 13. April 1905 an einen nachfolgenden Schlaganfall. Weitere Informationen zu einem interessanten Fürstenwalder hier

Oskar Breitenbach, Lehrer und Stadtverordnetenvorsteher

Geboren am 23. 01. 1854 in Wittenberg. Kam als Lehrer an das städtische Gymnasium nach Fürstenwalde/Spree. Von 1908 bis 1909 war er Stadtverodnetenvorsteher, Vorstandsmitglied der Schifferschule Fürstenwalde/Spree und Heimatforscher. Schrieb auch einige Bücher, u.a. „Die Eindeutschung des Landes Lebus und die Gründung von Frankfurt an der Oder“ (1929) Er starb am 23. 06. 1940 in Fürstenwalde/Spree.

Albert Friedrich Wilhelm Burgdorf

wurde am 12. Dezember 1855 in Uslar am Solling als Sohn eines Gerichtsbeamten geboren. Er erlernt bei der Post einen Beruf und wird dort als Postbeamter eingestellt. Am 26. August 1877 heiratet Albert Burgdorf in Büsum Wilhelmine Blümner. 1882 gibt er seine Stellung als Postbeamter auf, macht das Abitur nach und beginnt ein Studium mit der Fachrichtung Theologie in Berlin. Während einer halbjährigen Studienunterbrechung im Jahr 1883 arbeitet Burgdorf in der Berliner Stadtmission und gründet in dieser Zeit gemeinsam mit seiner Frau im Stadtteil Friedenau einen Zufluchtsort für gefährdete Mädchen. 1888 übernahm er das Pfarramt der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Fürstenwalde. Bereits 1888, im Jahr seiner Einführung, richtete er im Pfarrhaus einen Kindergarten und eine Diakonissenstation zur Krankenpflege ein. Mit dem Einstellen einer „Kleinkinderlehrerin“ legt er den Grundstock für ein Ausbildungsseminar für Kindergärtnerinnen. Am 01. Mai 1892 wird am Alten Schützenplatz 14 eine Villa mit Nebengebäuden und Garten bezogen. Zuerst bekommt das neue Haus den Namen „Diakonissenhaus“. Er ändert es dann aber in Lazarushaus“ um. Es ist der Beginn der Samariteranstalten Fürstenwalde. Nachdem Burgdorf in Fürstenwalde kein weiteres Grundstück erwerben konnte, kauft er im April 1895 in Ketschendorf das Sandschlösschen", eine alte Fischerkneipe, auf. Im August 1895 wird auch das Nachbargrundstück, das „Barth’sche Grundstück“ gekauft. Im September wird mit dem Bau des „Elisabethhauses“ für Mädchen und das „Paul-Gerhardt-Hauses“ für Jungen begonnen. 1899 erhält der Häuserkomplex parallel zur Chausseestraße den Namen „Bethanien“. 1920 trat Pfarrer Burgdorf als Gemeindepfarrer in den Ruhestand und beschränkte sich nun auf die Leitung der Samariteranstalten. Am 18. April 1933 starb Albert Burgdorf an den Folgen eines Schlaganfalls. Albert Burgdorf und seine Familie sind nicht auf dem Anstaltsfriedhof beigesetzt, sondern im Familiengrab in Fürstenwalde. Als dieser Friedhof 1975 geräumt wird, bringt man die Grabsteine der Familie Burgdorf an eine schöne, von Büschen gesäumte Stelle, vor dem großen Holzkreuz, auf den Anstaltsfriedhof. Gedenkstelle auf dem Samariterfriedhof Fürstenwalde.

Emil Trebs, Lehrer, Heimatforscher

Geboren am 21. 09. 1856 in Oberschwöditz (Sachsen). Nach dem Abitur begann 1975 Studium (Mathematik, Physik, Botanik und Geografie) in Leipzig, Heidelberg, Berlin und Straßburg. Nach bestandener Prüfung für das höhere Schulwesen fand er keine Anstellung, war zunächst als Hilfsarbeiter in Naumburg tätig. 1883 kommt er zum Fürstenwalder Gymnasium. Seine Freizeitbeobachtungen beschreibt er in “Die Fauna von Fürstenwalde“ und auch in „Die niederdeutschen Mundarten des Landes Lebus“ (1915). Er gehört auch zu den Gründern des „Verein für Heimatkunde Müncheberg und Umgebung“ und wurde 1913 in der „Ortsgruppe Fürstenwalde“ der 1. Vorsitzende. Die 1913 im Gesellschaftshaus gezeigte Jahrhundertausstellung des Männer-Turnvereins 1861 Fürstenwalde Wird durch die Ortsgruppe um Trebs organisiert und ausgestaltet. Er starb am 16. 04.1921 in Fürstenwalde/Spree.

Heinrich Zille, Maler, Grafiker, Fotograf

Geboren am 10. 01. 1858 in Radegast (Sachsen) Lernt in Fürstenwalde die Tochter eines Nadlermeisters Hulda Frieske kennen, beide heiraten in Fürstenwalde/Spree und ziehen dann nach Berlin-Rummelsburg. Ehefrau Hulda stirbt am 09. 06. 1919, beider Sohn Hans verstirbt sehr zeitig. Am Ort des früheren Wohnhauses Schloßstr. In Fürstenwalde/Spree ist heute eine Erinnerungstafel angebracht. Mehrere Jahre war in diesem Haus die beliebte Gaststätte „Zille-Stuben“.

Franz Adolf Louis John, Fußballfunktionär, Mitbegründer des FC Bayern

Geboren am 28. 09. 1872 in Pritzwalk Tätig als Fotograf und Fußballfunktionär. War am 27.02.1900 einer der Hauptinitiatoren bei der Gründung des FC Bayern München, von 1900 bis 1903 Erster Präsident. Verstarb vereinsamt in Berlin am 17. 11. 1952. Seine wohl in Fürstenwalde/Spree lebenden Verwandten holten das Grab auf den hiesigen Friedhof. Anläßlich des 100. Jahrestages des FC ließ der Verein einen Gedenkstein aufstellen. Er ist somit der zweitbekannteste „Franz“ in München aber in Fürstenwalde fand er seine letzte Ruhestätte

Walter Bennhold, Ingenieur; Heimatforscher

Geboren 1872 in Dessau Nach dem Maschinenbaustudium ist er bei Firma Pintsch in Fürsten-walde/Spree tätig, nach seiner Beförderung zum Oberingenieur wird er Direktor der Firma Pintsch (Fürstenwalde). Er ist Mitglied im „Verein für Heimatkunde Münchebergs und Umgebung“ und gründet mit anderen die „Ortsgruppe Fürstenwalde“. Hier kümmert sich Bennhold um das Gebiet der Geologie. Zwischen 1912 und 1944 trug er eine umfangreiche Gesteinssammlung zusammen und forschte auch in deren Herkunftsgebieten. Diese Sammlung ist Bestandteil der Dauerausstellung im Fürstenwalder Museum. Hugo Junkers heiratete 1898 Bennholds Schwester. W. Bennhold stirbt 1951 in Hamburg.

Richard Leopold Heßler, Pfarrer, Heimatforscher

Geboren am 22. 09. 1876 geboren. 1905 wurde er Hilfsprediger in Fürstenwalde/Spree und ab 1907 war er Pfarrer in Beerfelde bis 1915. Interessiert beschäftigt er sich mit der urzeitliche Regionalgeschichte (Gräberfelde bei Trebus, Steinbeile u.ä.). Um 1910 entdeckte er mit Dr. Kiekebusch (Märkisches Museum Berlin) Reste eines jungsteinzeitlichen Dorfes nahe des Trebuser Sees(am Störitzsee – Wiesen am Nordostende des Sees). Dabei wurden erstmals in Norddeutschland der Grundriß eines Pfostenhauses in einer Ansied-lung entdeckt (Alter etwa 4000 bis 5000 Jahre). Die Ausgrabungsfunde wurden der Ortsgruppe Fürstenwalde (H. war auch Mitbegründer und Ehrenmitglied des Vereins) für ein späteres Museum zur Verfügung gestellt. Pfarrer Heßler Starb am 08. 12. 1925 in Grönlande.

Oskar Wegener

Geboren am 18. November 1877 in Breslau. Nach der Volksschule erlernt er den Beruf eines Steinmetz. Ist im Beruf tätig bis 1909. 1900 wurde er Mitglied der SPD, absolvierte 1907 die Zentrale Parteischule der SPD in Berlin. Von 1909 bis 1913 tätig als Arbeitersekretär in Hildesheim, war auch Vorstandsmitglied der SPD im Wahlkreis Hannover. 1914 wurde er Geschäftsführer der Gesellschaft Gast- und Gewerkschaftshaus in Frankfurt (Oder). Leistet von 1914 bis 1918 Kriegsdienst. Wird im November 1918 zum Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrates in Fürstenwalde/Spree gewählt und war im Dezember 1918 Delegierter des Ersten Rätekongresses in Berlin. Nach diversen Ämtern in Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt verstarb Oskar Wegener am 29. Mai 1962 in Eisenhüttenstadt.

Constantin von Dietze, Wirtschaftswissenschaftler

Geboren am 09. 09.1891 in Gottesgnaden Diente in der Zeit des 1. Weltkrieges im Fürstenwalder Ulanen-Regiment, war Agrarwissenschaftler, Jurist, Volkswirt und Theologe. Nach 1933 setzte er sich als Mitglied der Bekennende Kirchen im Freiburger Kreis für eine von der christlichen Ethik bestimmte Wirtschaftsordnung in einem demokratischen Deutschland ein. In der „Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath“ wurden Gutachten gefertigt, die Grundlagen für die unter Ludwig Erhard eingeführte soziale Marktwirtschaft bildeten. Auch sein Sohn, Gottfried von Dietze, trat seinen Dienst nach Vermittlung durch seinen Vater im Fürstenwalder Kavallerieregiment an, während des Zweiten Weltkrieges wurde er vor Stalingrad schwer verwundet. Aus dieser Erfahrung wurde er auch 1970 Gründungspräsident des Kuratoriums für Therapeutisches Reiten Gottfried von Dietze weilte mehrmals in Fürstenwalde/Spree und übergab dem Museum der Stadt persönliche Erinnerungsstücke aus dem Nachlaß seines Vater. C. v. Dietze starb am 18. 03. 1973 in Freiburg im Breisgau.

Christoph Höhne, Leichtathlet

Geboren am 12. 02. 1941 in Borsdorf (Sachsen). Leichtathlet und Olympiateilnehmer, gehörte um 1970 zu den weltbesten Gehern (50 km). Olympiasieger 1968, Europameister 1969 und 1974. Lebt seit 2004 in Fürstenwalde/Spree, ist aktiv im Triathlonverein Fürstenwalde/Spree, startet national und international in Altersklasse Ü 75

Dr. Franziska Giffey (geb, Süllke) Bürgermeisterin, Bundesfamilienministerin seit 2018

Geboren am 03.05.1978 in Frankfurt(Oder). Wuchs auf und lebte in Briesen bei Fürstenwalde/Spree. Sie besuchte 7 Jahre das Städtische Gymnasium in Fürstenwalde/Spree. Nach bestandenem Abitur Lehramtsstudium an der Humboldt-Universität, Abbruch nach ärztlicher Beratung. Danach erfolgreich abgeschlossenes Studium an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin und Tätigkeit im Büro des Bezirksbürgermeisters von Treptow-Köpenick und als Europabeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln. 2005-2009 Promotionsstudium an der Freien Universität Berlin, Promovierung zum Dr. rer. pol. (2010). 2015 gewählt zur Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln (Nachfolgerin von Heinz Buschkowsky). Am 14.03.2018 ernannt zur Bundesministerin für Familie, Senioren und Jugend.