Die Chronik des Ortsteils

Rauensche Ziegelei

Zeitleiste Rauensche Ziegelei/Fürstenwalde Südwest


Die Markgrafen  Otto und Otto der Jüngere bestätigen  anno 1285 " der an dem Fluss, welcher Spree heißt, gelegenen Stadt" das ihr bei der "vor alters" geschehenen Gründung zuteil gewordene Gebiet.  Der von Fürstenwalde aus nach Spreenhagen hinführende Weg bildete ab dem "hängenden Berge Rauen" (unweit des "Biermannberges") alle folgende Jahrhunderte lang bei Grenz-Regressen die Grenze hin zum Besitz der Krone bzw. zum Fideikommisses des Souverän.


Zeitraum Ersterwähnung bis …


1625

Grenzrevision, Ersterwähnung der Ziegelscheune

Nach Goltz Seite (269 und ff.) fand am 22.11.1625 zwischen der Stadt Fürstenwalde und dem Amt Storkow eine Grenzrevision statt mit dem Ergebnis, dass nach der Passage zweier größerer Grenzsteine linker Hand eine Ziegelscheune lag.


1688

Nachweis der Erstbesiedlung

In Fürstenwalder Kirchenbüchern ist im Jahre 1688 als Taufpatin eingetragen:

Frau Agnose, die Zieglerin auf der Rauenschen Ziegelei.


1716

Nachweis des Ziegeleibetriebes

Mit einem Brief vom 26. April 1716 bittet die Kirchengemeinde beim Amt um Unterstützung dergestalt, dass doch die Dachziegel in der hiesigen Amts-Ziegelscheune hergestellt werden könnten.


1734

Ziegelscheune Rauen

Im Jahre 1734 wird dieselbe als Ziegelscheune des Amtes geführt.  


1775

Erstbesiedlung der "Hintersten Häuser"

Erbzins-VW Hammelstall bei der Rauenschen Ziegelei/Rauener Ziegelscheune eingerichtet,

nach 1775 Ansetzung von 8 Familien mit je 3 Morgen Gartenland in 4 doppelten Familienhäusern beim VW.   


1784

Karte zum Grenzrezess 1784

In Sachen Grenzgraben wird der Ziegler Schulze auf Rauensche Ziegelei genannt.


1799

Territorialer Zugehörigkeit der Herrschaften

Die Herrschaften werden in die Kontributions-Ordnung der Kurmark eingegliedert.  


Kolonie "Rauensche Ziegelei", 14 Kolonisten

Für das Jahr 1799 attestierte Unger bekanntlich dem Vorwerks-Pächter den Grundzins von 14 Kolonisten (s.o.).  


1816

Gründung der Provinz Brandenburg

Im Rahmen der erfolgten Verwaltungsreform war der Kreis Teltow mit dem Anteil der "Wendischen Kur" Storkow als Teil des Regierungsbezirks Potsdam neu gegründet worden.  


1818

Die Kämmerei der Stadt Fürstenwalde erwirbt durch Kauf das Erbzins-Vorwerk  "Rauener Hammelstall"

In der Folgezeit Gebäude abgebrochen und mit dem Inventar verkauft, auf dem VW-Acker 16 Kolonisten angesetzt, dem VW-Besitzer zinspflichtig, restlicher Acker verpachtet, übrige Ländereien wüst.

Die Kämmerei als Erbpächter besaß nach Berghaus das Obereigentum über die Kolonisten.


1820

Erster Versuch der Vermarktung des Neuerwerbs

Als erste mögliche Pächter von Ackerflächen waren die Kolonisten als solche angesprochen worden. Der Magistrat hatte zum 31. Januar 1820 18 Kolonisten zur Verhandlung in das Rathaus eingeladen.  Unger beschreibt in seiner Stadtchronik das Scheitern eben dieser Verhandlung. Einen triftigen Grund des Scheiterns nannte er nicht.


1822

Pachtgebot des Krug-Verlagsrechts

Das Rentamt Storkow bietet letztmalig die Verpachtung des Krug-Verlagsrechts auch für "Rauensche Ziegelei" zur Verpachtung über den Zeitraum von 6 Jahren an.


1834

Die Stadt erwirbt das Vorwerk Reinecke

Ankauf der vormaligen Däbeckeschen Ziegelei des nunmehrigen Reineckeschen Forstetablissements und die Vereinigung mit dem Erbzinsgut "Rauener Hammelstall".


1835

Kreisreform

Beeskow und Storkow bilden erneut den Doppel-Kreis nunmehr im Regierungsbezirk Potsdam  u.a. mit Ortschaften des Amtes Stahnsdorf (Auszug):

Rauen, Dorf;

"Rauensche Ziegelei", Erbzinsgut u. Kolonie


1837, 1843/44

Gebietskarte und Messtischblatt

"Gebietskarte" des Bauinspektor A. Zimmermann nennt die Ansiedlung am heutigen Kiesweg "Kolonie".  

Das anno 1843/44 aufgenommene und gezeichnete Ur-Messtischblatt (Bandel IV. Blatt 5.) benennt diese Ansiedlung "Hinterste vier Häuser" und weiter nördlich der Ortslage "Rauensche Ziegelei"

das Gehöft des einstigen "Reineckeschen Vorwerks" an der Spree mit "Alte Ziegelei".  


1840-1857

Das einstige Forstetablissement Däbecke/Reinecke

In den Jahren von 1840 bis 1857, so Anzeigen im "FW",  bemühten sich als Pächter des Wohngrundstücks "Alte Ziegelei" die Herren Fese, Prollius, Fleischmann, Wienstruck, Sellmer und Junius daselbst einen Ausflugsgasthof zu betreiben. Als Ortsangabe wählten die Inserenten stets im "FW" "auf Rauensche Ziegelei" oder einfach "Rauensche Ziegelei". Herr Junius, der Letzte in der Reihe, nannte sein Etablissement vielsagend "Waldschlößchen".

1842

Baustart der Pferde-Eisenbahn von Rauen nach Kohlenablage "Große Tränke"

Lieferungen und Bauleistungen werden verdungen.  Errichtung der Ablage einschließlich einer Schmiede am südlichen Spreeufer im Jagen 34 der "Großen Stadtheide".


1847

Ein Pachtangebot offenbart den Abschluss der Separation in der Rauener Feldmark

Zur meistbietenden Verpachtung der mir (Ziegeleibesitzer Siebmann) durch die Rauensche Separation zugefallenen Ländereien in einzelnen Parzellen habe ich einen Termin auf der Rauenschen Ziegelei zum kommenden Sonntag anberaumt, zu welchem Pachtlustige mit dem Bemerken einlade, dass die Bedingungen im Termin bekannt gemacht werden sollen.  


1849

Bezirk des Königlichen Land- und Kreisgerichts Storkow (Auszug):

Rauen, Petersdorf,

Patrimonialgericht, Land- und Stadtgerichts-Rat Klotzsch in Storkow:

Rauensche Ziegelei.


1851     

Einführung der Gemeindeordnung

Die Stadtverordneten lehnen den Vorschlag der Kreiskommission Beeskow-Storkow ab, u.a. den Wohnplatz Däbecke dem neu zu bildenden Gemeindebezirk "Rauener Hammelstall" zu zulegen.

 

1853

Als letzter Hinweis auf einen Ziegeleibetrieb die Anzeige:

Auf der Rauenschen Ziegelei sollen 11 000 Mauersteine meistbietend gegen gleich bare Bezahlung verkauft werden.  (Räumungsverkauf)


1855

Tägliche Landbriefbestellung 1855.

Von der Königlichen Postexpedition Fürstenwalde erhalten nachstehende Ortschaften und Etablissements eine regelmäßig tägliche Briefbestellung mit Ausnahme der Sonntage:

Rauensche Ziegelei, Große Tränke, Göllmitz, Forsthaus Buchte, Braunsdorf, Kirchhofen, Neu und Alt Hartmannsdorf, Spreenhagen, Alt und Neu Markgrafpieske, Langendamm, Rauen, Petersdorf, Neu Golm, Teerofen, Saarow, Pieskow, Theresienhof, Dienstdorf, Radlow, Pfaffendorf, Kunersdorf, Linzmühle, Alt Golm, Streitberg, Langewahl, Ketschendorf.


Beeskow, den 25. Mai 1855   Der Landrat


1858

Die Polizeiverwaltung des "Rauenschen Hammelstalls"

Stadtverordneten-Versammlung (SVV) am 07. Januar 1858, Protokollauszug:

Auf den Vorschlag des Magistrats ward darin gebilligt, dass die Polizeiverwaltung des Rauenschen Hammelstalls der Stadtkommune zugelegt werden soll, zugleich derselbe ersucht, die weiteren Schritte in dieser Sache zu veranlassen.


1861-1865

Die Reform der Grund- und Gebäudesteuer

Die einstigen Kolonisten und Erbpächter zahlen ab jetzt auf das mit den ihnen jetzt eigentümlich gehörenden Hofstellen erwirtschaftete Einkommen an den vormaligen Eigner - die Krone - Grund- und Einkommen-Steuern.


1872

Kreis-Ordnung vom 13.12.1872 - Bildung der Amtsbezirke (Auszug):

Bezirk Nr.: 5: Rauen:

Die Gemeinden Rauen mit Karlshöhe, Rauensche Ziegelei, Petersdorf mit Adolphshöhe, Ketschendorf, Langewahl.


Bezirk Nr.: 24 Stadtforst Fürstenwalde (Gutsbezirk):

Försterei Stadtluch, Försterei Buchte.


1874

Verzeichnis der Dorfschulzen und Gerichtsmänner (Auszug):

Gemeinde  Schulze   Gerichtsmänner

Rauensche Ziegelei: Kolonist Noack;  Kolonist Müller, Kolonist Hübner,  


Bildung der Standesamts-Bezirke (Auszug) :

Standesamtsbezirk Nr.: 6 Rauen:

Dazu gehören vom Amtsbezirk Nr.: 5 Rauen die Gemeinden Rauen mit Karlshöhe, Rauensche Ziegelei, Petersdorf mit Adolphshöhe, Ketschendorf.

a: Amtsvorsteher Cunerth; c: Rauen,

b: Schulze Wolf   c: Rauen.

Standesamtsbezirk Nr.: 7 Langewahl:

Dazu gehören vom Amtsbezirk 5 Rauen die Gemeinde Langewahl, vom Amtsbezirk 6 die Gemeinden Alt- und Neu-Golm und vom Amtsbezirk Nr.: 25 Neubrücker Forst die Kolonie Streitberg mit Gut.

a: Schulze Trautmann;  c: Langewahl,

b: Lehrer Lehmann;   c: Langewahl.


1876 auch 1860

Pockenepidemie, Impfbezirke

Der Gemeindebezirk Rauensche Ziegelei gehörte 1860 wie Petersdorf und Rauen zum 8.Impfbezirk gegen Schutzblattern des Kreises Beeskow-Storkow. Als Impfarzt fungierte Dr. Ziegel zu Fürstenwalde.


Der Kreisausschuss hat 1876 als Impfärzte angestellt (Auszug):

Bezirk 2: Dr. Dallmann in Storkow:

Zum Bezirk gehören (Auszug): Die Stadt Storkow und die Ortschaften Neu-Zittau, Spreenhagen, Kirchhofen, Kolonie Stäbchen, Gut Skaby, der Amtsbezirk Nr.: 4 Alt-Markgrafpieske und die

Gemeinden Rauen mit Karlshöhe, Rauensche Ziegelei sowie die im Amtsbezirk Nr.: 24 belegenen Forstetablissements.  


Waisenräte, Fürsorge für Mündel (Auszug):

Gemeinde  Waisenräte

Rauen   Gastwirt Heese; Rentier Lehmphul,

Rauensche Ziegelei Büdner und Maurer Ferdinand Schulze,

Petersdorf  Büdner und Gerichtsmann Oberhoff,

Ketschendorf Bauer und Gerichtsmann Ferdinand Roggisch,

Langewahl  Steuerheber Reichmuth.


1879

Konsolidierte Amtsbezirke (Auszug):

Amtsbezirk 5 Rauen enthält die Gemeinden:

Rauen mit a. Karlshöhe, b. Glückauf, c. Rauenschen hinterste Häuser;

Rauensche Ziegelei mit a. Däbeckes Abbau und b. Große Tränke;

Petersdorf mit a. Adolphshöhe, b. Gnadenreich, c. Erdmanns Abbau;

Ketschendorf mit a. Sandschlößchen, b. Seilers Abbau, c. Victoria;

Langewahl; sowie die Spree, soweit solche den Amtsbezirk berührt und zum Kreis gehört.


Polizei-Verordnung: Trichinenschau im Amtsbezirk Rauen angeordnet.  


1879/80

Feuerlöschordnungen in den Amtsbezirken (1879/80)

Feuerlösch-Ordnung für die zum Amtsbezirk Rauen gehörigen Ortschaften Rauen mit Karlshöhe, Rauensche Ziegelei, Ketschendorf, Langewahl und Petersdorf mit Adolphshöhe.  


1881

Pachtverlängerung oder Zukauf von Gelände für den Gemeindefriedhof

Von der Verlängerung des mit der Gemeinde Rauensche Ziegelei wegen Überlassung eines Begräbnisplatzes abgeschlossenen Pachtvertrages auf fernere 30 Jahre wurde zunächst Abstand genommen, und der Magistrat ersucht, der qu. Gemeinde diesen Platz für 60 Mark zum Kauf anzubieten.  (Es folgen weitere Aktionen 1917  und vor 1933 (Flurstück 95; Flur 1,Rauen).

 

1892

Einführung der Land-Gemeinde-Ordnung (01.04.1892), Revision der Gebäudesteuer

Bildung der Einkommenssteuer-Voreinschätzungs-Kommissionen (Auszug):


Rauensche Ziegelei  Kolonist und Schiffseigner Carl Müller,

Kolonist Noack Carl, Gemeindevorsteher Schulze.   


1897 /98

Umgemeindung der Kolonie "Hintersten Häuser" in den Gemeindebezirk "Rauensche Ziegelei"


1900

Feuerlöschwesen, Provinz Brandenburg

Der Brandenburgische Provinzial-Feuerwehr-Verband wirbt um Gründung Freiwilliger Feuerwehren auf dem Lande.   

  

1901

Freiwillige Feuerwehren im Amtsbezirk, Gründungen

Ketschendorf: 1901, Rauen: 1901, Petersdorf: 1924, Kabelwerke: 1930.

Rauensche Ziegelei: 1934 .


1904

Neugliederung des Standesamtsbezirks

Der Herr Oberpräsident zu Potsdam hat durch Erlass genehmigt, dass mit dem 1. Januar 1905 die Gemeinde Ketschendorf von dem Standesamtsbezirk Nr.: 6 "Rauen" abgezweigt wird und von diesem Zeitpunkt ab einen eigenen Standesamtsbezirk mit der Bezeichnung Nr.: 37 "Ketschendorf" bildet.

Vom genannten Zeitpunkt ab gehören zum Standesamtsbezirk Rauen:

Die Gemeinden Rauen, Rauensche Ziegelei und Petersdorf.  


1906

Inbetriebnahme Projekt Kreis-Chaussee

Neu Hartmannsdorf - Rieplos;  Dickdamm - Markgrafpieske - Fürstenwalde.

Bei Rauensche Ziegelei wird am 1. April d. J. eine Chausseegeld-Hebestelle (s.u.) mit einer Hebebefugnis von 1 ½ Meilen eingerichtet, welche an den Schankwirt Müller daselbst verpachtet worden ist.   


1907

Einrichtung einer Deponie für chemische Abfälle

Die Chemischen Werke, Dr. Hecker & Zeidler, kaufen 5 Morgen (Südende) des Jagens 2 im Schutzgebiet "Kleine Tränke".  


1921

Ein Denkmal für die Kriegstoten

Eingeweiht wurde das vom Storkower Bildhauer Janetzki meisterhaft und künstlerisch aus Sandstein hergestellte Denkmal mit seinen auf einer eingelassenen Granitplatte verzeichneten acht Namen.  


1926

Kiesgruben in der Stadtheide eröffnet

Die Saarower Fa. Julius Steinbach eröffnet die Kiesgrube im Jagen 2 der Stadtheide und die Kiesbahn hin zur Schurre "Große Tränke".


1929

Vom Umspannwerk Fürstenwalde kommend endet die Freileitung am Transformator

Vom Standort frontal zum Flurstück 58 und südlich vom Luchweg auf Rauener Flur stehend gehen Freileitungen zu den jeweiligen Wohngrundstücken.


1930 u. ff.

Kies bringt "Kies" in der Not

Eigner einstiger Kolonistenstellen fördern Kies auf ihren Grundstücken in "Große und Kleine Ziegelei"


1936

Teilung des Amtsbezirks Rauen

Mit Wirkung vom 1. September 1936 ab wird neben dem so verkleinerten Amtsbezirk Rauen, der nur die Gemeinden Rauen und Rauensche Ziegelei umfasst, gebildet.

Der neue Amtsbezirk mit dem Namen Ketschendorf umfasst die Gemeinden Ketschendorf, Langewahl, Petersdorf und Streitberg.   

Großbaustelle Fürstenwalder Spree - Durchstich bei km 71

Die Wiesen der Kolonistenstellen (Nr.: 21 und 22) jenseits der Spree fielen der Spreebegradigung zum Opfer und wurden mittelst Schüttflächen der alten Spreearme vergütet.   


1937

Flächen für den Standortübungsplatz der Wehrmacht:

Acker- und Waldflächen:

Aus "Rauensche Ziegelei" verloren u. a. von den im Landbuch genannten 9 Waldbesitzern bei der MUNA im Jagen 2:

Die Kolonistenstellen Nr.: 8, 9, 13, 14 und 15/16 ihre Waldflächen

und weiterhin Ackerflächen südwestlich vom "Grauen Esel" am Weg nach Rauen zu "Hinterste Häuser" gehörend auf dem eigentlichen "Exa":

Die Kolonisten Gustav Fleischfresser, Karl Domke und Wilhelm Herrmann.

Gemeindefriedhof:

Der Gemeindefriedhof im Forstjagen 1 wird Bestandteil der Fläche des Standortübungsplatzes.

Kreischaussee:

Die Kreischaussee wird von Grund auf als Teerchaussee ausgebaut.

1943

Kriegsjahr 1943: Kinderlandverschickung

Schulkinder aus der Reichshauptstadt finden bei Pflegeeltern eine Heimstadt und in Rauen eine gesicherte Schulzeit.


1945  

Eine FLAK-Einheit mit Tross wird im April an den "Biermannsberg" verlegt

Flugzeugabsturz, Bomben auf Ziegelei

Am 16. April 1945 gegen 13 00 Uhr Explosion eines russischen Aufklärungsflugzeugs ca. 200 m nordwestlich der Gaststätte "Waldschlößchen" im Jagen 14. Viele Gebäudedächer sind abgedeckt.


In der darauf folgenden Nacht kommen Bombeneinschläge immer näher. Der Viehstall des Bauern Wagner und die Scheune des Büdners Krüger erleiden Totalschäden. Granateinschläge hinterlassen erhebliche Gebäudeschäden.

Am 20. April verlässt ein Großteil der Bevölkerung mit der FLAK-Einheit fluchtartig den Ort.  


Ab August 1945 bis März 1946 biwakieren "russische" Mannschafts-Einheiten incl. Pferden in und um Ziegelei herum. Offiziere nehmen Quartier in Privat-Wohnungen. Beim Forsthaus-Gehöft "Kleine Tränke" werden eine Schlachtstation und eine Wäscherei betrieben. Der Biergarten "Waldschlößchen" wird Feldküche.


Die Verwaltung und Versorgung der zivilen Bevölkerung erfolgte von der Kommandantur in Markgrafpieske aus. Die schulische, standesamtliche und kirchliche Zugehörigkeit verblieben in Rauen.


Mit den heimkehrenden Dorfinsassen kamen bis zum Jahresende zeitgleich immer mehr Umsiedler aus den östlich der Oder-Neiße gelegenen Teilen Deutschlands hier an. Die Wohnungsnot war für Jahre erbärmlich.


1946

Im Sommer Wahl des Gemeinderates

Hauptaufgaben waren: Beseitigung der Kriegsschäden, Lösung der Wohnraum-Probleme, Organisierung der Lebensmittel-Verteilung, Sicherung der medizinischen Betreuung. Mangelnde Ernährung und mangelhafte Hygiene fordern viele Typhusopfer.


Mauersteine, Dachziegel, Öfen, Fenster und Türen gaben die Gebäude der "MUNA" her.


Die einstige Dienstwohnung des Schießstands-Wärter wird als Massenunterkunft bis 1949 genutzt.


Die Fremdenzimmer der Gaststätte incl. der vor 40 Jahren im Stallgebäude etablierten Kaffeeküche werden als  bewirtschafteter Wohnraum  genutzt.


Infolge der Bodenreform sechs Einspänner-Neubauern zusätzlich im Ort.


Kommandant genehmigt Kinder-Weihnachtsfeier zum 21.12. (Stalins Geburtstag).


1947

Schießstände zum Abriss frei gegeben. Der "VdgB"-Dreschsatz

Aus dem Umsiedler-Lager "Küchensee" werden im Januar vier Familien der Gemeinde trotz Wohnraummangel zugewiesen.


Erste Todesopfer und Schwerstverletzte bei Abrissarbeiten in der Mars-la-Tour-Kaserne und am Standort-Schießstand.

Die Praktiken des Reichsnährstandes wurden vorerst beibehalten. Abgabesoll. Die jetzigen Inhaber der einstigen Kolonistenstellen bekamen als Mitglieder der "VdgB"* nach der Getreideernte jährlich einen Dreschsatz am Dorfanger gestellt.

*Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe


Sanitätsstelle

Einrichtung einer Unfallhilfsstelle. Erste Massenimpfungen .

Umsiedler-Hilfe

Gemäß Befehl 304 erhalten Umsiedler je erwachsene Person 300 und je Kind 100 RM Umsiedler-Hilfe.


1948

Befehl 209 und der Aufbauwille

Erste  Wohnhäuser entstehen. Eine Friedhofshalle entsteht unter der Bedingung "Hand- und Spanndienst" als Schwarzbau.


Das bis dahin als Wohnraum genutzte alte Ladenlokal wird wieder als Lebensmittel-Geschäft eröffnet.


1949

"Hamsterfahrten"

Mit dem Ender der Berliner Blockade versuchen auch hiesige Einwohner mittels Verkaufsfahrten erst mit Holz- und Kiehn-Bündel und später mit Waldfrüchten in Westberlin an Geld für dringend benötigte Waren zu kommen.

Gründung der DDR

Der Um- und Ausbau der Verwaltungsstruktur 1949-1950/52


1950

Änderung der Kreisgrenzen - Rauensche Ziegelei/Fürstenwalde Südwest

"Eine Landgemeinde wird Stadtteil"

Die eigenständige Gemeinde wird in die Stadt Fürstenwalde eingemeindet und die Schulgemeinde von Rauen nach Fürstenwalde verlegt. Rauensche Ziegelei gehört zum Standesamts-Bezirk Fürstenwalde.


Die bisher namenlosen Wege werden mit den Namen: Spreenhagener Straße, Ziegeleiweg, Kiesweg und Luchweg benannt und die Grundstücke erhalten eine durchgängige Nummerierung.  


Der bisherige Gemeinderat wird ohne Verhandlung suspendiert. Nicht nur In offiziellen Schreiben der Stadtverwaltung wird von da ab der nunmehrige Wohnbezirk ohne Kenntnis der gewachsenen Strukturen unter "Ausbau Fürstenwalde Südwest" verwaltet.


1955

Gründung der "DAV"-Ortsgruppe Fürstenwalde Südwest

Zehn Jahre waren nach Ende des Krieges vergangen, als eine kleine Schar älterer Herren wieder Vertrauen auf die Zukunft setzte und die Ortsgruppe gründete, die von da ab bis zum Untergang der DDR als die gesellschaftliche und prägende Kraft im Wohnbezirk wirkte.


1957

Anbindung an die Überland-Buslinien

Der unbefestigte Warteplatz Stadtziel-Haltepunkt "Südwest" reichte bis in den Chausseegraben hinein. Kurzentschlossen war eine Bauzeichnung parat, privat gespendetes Baumaterial und alles in vielen "NAW"-Aufbaustunden in ein massives Buswartehäuschen verarbeitet worden.


1961

Auf dem einstigen MUNA-Gelände entsteht die NVA-Dienststelle Kiesweg

Neben Kasernen im eigentlichen Gelände wurden außerhalb unweit zwei Wohnblöcke errichtet.


1961/62

Zentrale Wasserversorgung mit Pumpenhaus

Diese Einrichtung als Teillösung war aus hygienischen Gründen erforderlich geworden und löste den mit der Gründung der "Rauener Ziegelscheune" im 18.J. etablierten Kesselbrunnen am Dorfanger als Erstbehelf ab.


1963

Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr Fürstenwalde Südwest"

Am 11. Januar 1963 unterschrieben in einer öffentlichen Einwohnerversammlung 17 Bürger die Aufnahmeanträge. Die junge Wehr erhielt einen Tragkraft-Spritzenanhänger (TSA) und Schlauchmaterial. Bereits im Oktober 1964 wird die Baugenehmigung Nr.:29/226/64 für ein Gerätehaus erteilt. Im Jahre 1968 wurde der TSA durch das Löschfahrzeug LF 8-STA (Pheno K 27) ersetzt.  


1965

Neubau eines Konsum-Warengeschäfts

Unter handwerklicher Mitwirkung der Einwohnerschaft entsteht neben dem Pumpenhaus im Jagen 14 der Stadtheide der "Dorf"-Konsum für Waren des täglichen Bedarfs.


1984

Bürgersteigbau im Ziegeleiweg

In Bezahlter Feierabend-Tätigkeit wurden beidseitig im des von Wohngrundstücken begrenzten Ziegeleiweges befestigte Gehwege incl. Rinnsteinen in Eigenregie mit Duldung der Stadtverwaltung (ohne Bauabnahme)  hergestellt.


1985

Gestaltung des Dorfangers incl. der Bushaltestelle "Südwest"

In bezahlter Feierabend-Tätigkeit wurden der Anger und der Zugang zur Wartehalle mit Borden in Eigenregie mit Duldung der Stadtverwaltung (ohne Bauabnahme) eingefasst.


Generalsanierung der Friedhofhalle

In bezahlter Feierabend-Tätigkeit (1985/86) das Dach neu eingedeckt, Fenster vergittert, Keller verschlossen, Zugangstreppe zugeschüttet und kompletter Außenputz erneuert. Innenanstrich erneuert.


1986

Trinkwasser-Ringleitung erprobt und betriebsbereit

Sämtliche Haushalte werden aus dem zentralen Netz der Stadt versorgt.

Der bewohnte Westteil des Luchweges wird mit Unterbeton befestigt.


1988

Am 24.12.1988, 17 15 Uhr, legt eine Windböe die 100jährige Linde auf dem Dorfanger um.


1992

Die OSE verlegt im Niederspannungsbereich Erdkabel

Die Verbraucherzentren "Große Ziegelei" und "Kleine Ziegelei" werden aus je einem separaten  neuinstallierten Transformator gespeist.


1993

Demontage der Hoch- und Nieder-Spannungsleitungen

In der Folge wird die Straßenbeleuchtung umgebaut.


1996

Ferngasleitung erreicht die Druckreduzierstation im Jagen 30 der Stadtheide

Die Niederdruckleitung mündet im örtlichen Versorgungsnetz.


1997

Abriss des nicht genutzten Dorfkonsums


1999

Rekonstruktion der Buswartehäuser


2004

Bau einer Buswendschleife (Nur für den Schulbus)


2012

Heilung der Buslinienführung

Nach einer gut zwanzigjährigen Fehlleitung der Buslinie 436 war nach massiver Gegenwehr die stetige Linienführung wieder geheilt worden.


2017

Im März wurde das Breit-Band-Netz freigeschaltet






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